Recht
Fallstricke in Polen geschickt umgehen

Deutsche Unternehmer stehen in Polen vor manchen Problemen: Wirtschaft und Politik sind sehr eng verzahnt, Behörden handeln nicht immer als Dienstleister. Gute Kontakte zu Notaren, Rechtsanwälten und Steuerberatern zahlen sich aus.

WARSCHAU. Die Uhren ticken anders an der Weichsel. Geschäftsleute klagen oft über die aufgeblähte Bürokratie in Polen. So etwa Dirk Fünfhausen, Vorstandsvorsitzender des Industriegaseunternehmens Messer Polska aus Chorzów. Um bei einem Kunden einen Kaltvergaser aufzustellen, müsse er zunächst einen Statiker bestellen und dann Feuerwehr-, Hygiene- sowie Bauamt hinzuziehen, kritisiert der Firmenchef.

Das lässt ahnen, wie kompliziert erst die Genehmigung eines konkreten Bauantrags ist. Kurzfristig sind viele Vorhaben kaum realisierbar – es sei denn, der Auftragnehmer verfügt über einen kurzen Draht zu den Behörden. Wirtschaft und Politik sind in Polen enger miteinander verflochten als in Deutschland. Gute Kontakte zu Notaren, Rechtsanwälten und Steuerberatern sind daher wichtig für den Geschäftserfolg.

Bereits vor dem Markteintritt sollten kleine und mittelständische Unternehmen entsprechende Partner konsultieren. Insbesondere bei Verwaltungsverfahren gilt es aufzupassen. Viele Gesetze ändern sich grundlegend und häufig, Verwaltungsvorschriften werden jedoch nicht so schnell aktualisiert. Die polnischen Beamten haben oft nicht die Instrumente, um konkrete Anträge in der Praxis zu bearbeiten. Die meist abstrakt-generell gehaltenen Gesetze helfen nur bedingt weiter. So entstehen ungewollte Spielräume.

Durch einen formell ordnungsgemäßen Antrag können Geschäftsleute den Behörden die Gründe für eine exzessive Wiedervorlagepraxis nehmen. Eine zusätzliche gute Argumentation ist oft für eine adäquate Entscheidung hilfreich. Der Umgang mit Behörden will also gelernt sein.

Vor allem die Finanzbehörden machen immer wieder Ärger, verlautet es aus Unternehmerkreisen. Durch die unangemeldeten Kontrollen sehen einige Unternehmer ihre Arbeit behindert. Außerdem sei das Mehrwertsteuergesetz so kompliziert, dass sie zur korrekten Auslegung mehrere Rechtsanwälte und Steuerberater bemühen müssen, berichten Geschäftsleute.

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