Rechtsrahmen verbessern
Pakistan will bei Autoproduktion durchstarten

Pakistan hat einen Traum: In aller Welt sollen pakistanische Autos herumfahren, die Markennamen sollen in den Gesichtern der Autoliebhaber ein verzücktes Lächeln hervorrufen. Die chinesischen Aufsteiger als leuchtendes Beispiel vor Augen plant die pakistanische Regierung nun ein ambitioniertes Programm zur Förderung des Automobilbaus.

bfai DUBAI. Die pakistanische Regierung hat Mitte November 2006 ein ambitioniertes Programm zur Förderung des Kfz-Sektors angekündigt. Der Auto Industry Development Plan (AIDP) sieht zahlreiche Veränderungen des Zolltarifs vor, die die lokale Produktion steigern und den Export ankurbeln sollen. Bis 2011 will Islamabad die Produktion der Branche auf 10,6 Mrd. Dollar und das Exportvolumen auf 650 Mill. Dollar anheben. Der bisher stark protektionierte Kfz-Sektor muss sich im Zuge der Anpassungen an WTO-Regeln härterer Konkurrenz stellen und soll darauf vorbereitet werden.

Pakistan ist mit 156 Mill. Einwohnern und einer Motorisierungsdichte von nur acht Autos pro 1000 Einwohner einer der großen potenziellen Wachstumsmärkte für die Kfz-Branche. Trotz hoher Hürden für die Einfuhr von Automobilen - bis 2005 musste ein Mindestanteil lokal gefertigter Teile verwendet werden - wies die Branche im Außenhandel ein hohes Defizit auf, da die im Land hergestellten Produkte zum Teil nicht konkurrenzfähig waren. Im Fiskaljahr 2005/06 standen Einfuhren von Kfz und -Teilen für die Montage (Completely Knocked Down, CKD) im Wert von 1,1 Mrd. Dollar lediglich entsprechende Ausfuhren von 35 Mill. Dollar gegenüber.

Die Anpassung an WTO-Regeln macht ein Zolltarif-basiertes System notwendig, das 2005 eingeführt wurde und über 400 einzelne

Positionen für den Kfz-Sektor umfasst. Mit dem im AIDP vorgeschlagenen Abbau der Zollschranken will Pakistan nicht nur den Forderungen der Verhandlungspartner in der WTO nachkommen, sondern auch die Konkurrenzfähigkeit der lokalen Industrie steigern. Nach und nach sollen die einheimischen Unternehmen einem höheren Wettbewerbsdruck ausgesetzt werden.

Hauptziel ist der Ausbau der Kfz-Industrie in Pakistan, um weniger abhängig von Importen zu werden und Arbeitsplätze im Land zu schaffen. Der AIDP sieht bis 2011 eine Verdreifachung der Umsätze von derzeit 214 Mrd. pakistanischen Rupien (pR; 1 Dollar = ca. 60, 43 pR) auf 600 Mrd. pR (ca. 10 Mrd. Dollar) vor. Der Export der Branche soll auf umgerechnet 650 Mill. Dollar steigen. Lag der Anteil der Kfz-Industrie am pakistanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2005/06 bei 2,8 Prozent, soll er sich binnen fünf Jahren auf 5,6 Prozent erhöhen und damit 25 Prozent des produzierenden Gewerbes ausmachen.

Als erstes Unternehmen der Kfz-Branche in Pakistan hatte 1953 ein Montagewerk für Bedford-Lastwagen den Betrieb aufgenommen. Einer Deregulierung des Sektors 1990 folgte die Ansiedlung verschiedener asiatischer Hersteller. Heute werden unter anderem Fahrzeuge der Marken Hino, Honda, Mazda, Suzuki, Toyota, seit kurzem auch Daihatsu, Hyundai und Kia in Pakistan montiert. Anziehendes Wirtschaftswachstum und verbesserte Kreditbedingungen für Endverbraucher haben seit 2001 zu einer merklichen Zunahme des Absatzes und der Produktion geführt.

Dennoch kann die Nachfrage derzeit nicht erfüllt werden. Im Fiskaljahr 2005/06 kamen zu den 160 642 lokal produzierten Pkw noch 48 692 importierte Fahrzeuge, davon 43 295 Gebrauchtwagen. Deren Einfuhr soll in Zukunft erschwert werden zugunsten einer höheren Inlandsproduktion. Neue Investoren sollen insofern begünstigt werden, als sie komplette CKD-Sätze zum niedrigeren Zollsatz für "nicht-lokal-produzierte Teile" einführen können. Den höchsten Anteil lokal produzierter Teile weisen Traktoren auf. Das größte Potenzial für Produktionssteigerungen sieht der AIDP bei Motorrädern, Rikschas und Kleinwagen.

Der vorgeschlagene Tarif sieht eine schrittweise Reduzierung der Zollsätze bis 2011 vor. Dies soll die lokalen Hersteller zunächst schützen, sie aber mehr und mehr dem internationalen Wettbewerb aussetzen und so ihre Konkurrenzfähigkeit steigern und das Exportpotenzial zu erhöhen. Rohmaterialien können zollfrei eingeführt werden, für nicht montierte Einzelteile gelten 5 Prozent, für fertige Bauteile 10 Prozent.

Fünf Hersteller in Pakistan haben als Reaktion auf den Plan bereits umfangreiche Produktionssteigerungen und entsprechende Investitionen angekündigt. So wird Honda die Zahl der montierten Fahrzeuge von 30 000 auf 100 000 jährlich erhöhen. Suzuki will in den kommenden fünf Jahren 27 Mrd. pR investieren und die Produktion bis 2011 von 90 000 auf 250 000 Einheiten ausdehnen. Nissan plant die Erhöhung der jährlichen Stückzahl von 13 000 auf 18 000. Indus Motors, der lokale Partner von Toyota, hat die Erweiterung von 44 000 Fahrzeugen auf 100 000 angekündigt. Dewan, Partner von Hyundai, sieht eine Ausweitung der Kapazität von 44 000 auf 48 000 Einheiten vor.

Kontaktanschriften: Engineering Development Board
Ministry of Industries, Production & Special Initiatives, Government of Pakistan
5-A, Constitution Avenue, SEDC Building (STP), Sector f-5/1
Islamabad, 44000, Pakistan
Tel.: 0092/51-9 20 55 95, -96, -97, -98
E-Mail: webmaster@edb.gov.pk
Internet: http://www.engineeringpakistan.com

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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