Regelung der Unternehmensnachfolge
Der Erhalt der Firma genießt Priorität

Das Thema Unternehmensnachfolge brennt. Es besteht Handlungsbedarf. Wie drängend das Problem ist, versucht die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) anhand einer Umfrage zu verdeutlichen. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster und der Personal- und Managementberatung Bernau & Partner wurden die Antworten von 131 Unternehmen im SIHK-Bezirk ausgewertet. Die zentrale Aussage: Ein Fünftel der Unternehmen steht in den nächsten fünf Jahren zur Übergabe an.

DÜSSELDORF. „Nach überschlägigen Schätzungen bedeutet dies, dass allein etwa 4 300 Unternehmen mit 35 000 Mitarbeitern im Märkischen Südwestfalen innerhalb der nächsten fünf Jahre Nachfolger suchen“, rechnete Kurt Buchwald, Geschäftsführer der SIHK, vor. Nach Schätzungen der NRW.Bank werden in Nordrhein-Westfalen im genannten Zeitraum sogar zwischen 80 000 und 129 000 Unternehmen übergeben, die meisten aus Altersgründen. Grund genug, sich diesem Problem ganz intensiv zu widmen.

Den Unternehmern, die Nachfolger suchen, geht es dabei in erster Linie um den Fortbestand ihres Lebenswerks und die Sicherung der Arbeitsplätze. Das hat für 95 Prozent der Befragten Priorität. Daher ist für 53 Prozent ein möglichst hoher Verkaufspreis nachrangig.

„Kurzfristige Renditeziele“, so führte Buchwald bei der Vorstellung der Studie weiter aus, „stehen dank einer gewachsenen Unternehmenskultur nicht im Vordergrund aller Entscheidungen.“ Vielleicht sei das aber auch nur ein „atypisches Unternehmerbild im Märkischen Südwestfalen“ (Buchwald), das am Rande des Ruhrgebiets 52 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der klassischen Industrieproduktion beschäftigt – deutlich mehr als im Ruhrgebiet selbst und auch im Durchschnitt Nordrhein-Westfalens (38 Prozent). Eine vergleichsweise höhere Kaufkraft und eine geringere Arbeitslosenquote als andernorts sind Folgen dieser Unternehmerkultur, was SIHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick besonders betont.

Gleichwohl entbindet dies die Unternehmen nicht von der Lösung ihrer Nachfolgeprobleme. Neben den Motiven, den Fortbestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze in der Region zu sichern, geht es dabei um die Minimierung der Steuerlast, die Sicherung der persönlichen Altersvorsorge, den Erhalt des Namens und schließlich um einen hohen Verkaufspreis.

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