Reinigungs-Start-up Book A Tiger will mehr Büros putzen

Das Berliner Reinigungs-Start-up Book A Tiger sammelt weiteres Kapital ein. Die Gründer konzentrieren sich dabei auf das Geschäft mit Unternehmen – und wollen bei der Personalpolitik einen eigenen Weg gehen.
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Book A  Tiger verzeichnet im Geschäft mit Unternehmen hohe Zuwächse. Quelle: dpa
Putzdienste

Book A Tiger verzeichnet im Geschäft mit Unternehmen hohe Zuwächse.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFast exakt vor einem Jahr machte Book A Tiger eine für die Tech-Szene überraschende Ankündigung: Das Berliner Start-up wollte seine Putzkräfte anstellen und sich vom Plattform-Modell a la Uber abzuwenden: Statt wie bisher nur als Marktplatz zu agieren und den Putzkräften die Verantwortung etwa für ihre Sozialversicherung zu überlassen, wollten die Gründer Nikita Fahrenholz und Claude Ritter hunderte Stellen für Putzpersonal schaffen.

Ganz schlecht scheint es seitdem nicht gelaufen zu sein: Book A Tiger hat bei Investoren einen zweistelligen Millionenbetrag eingeworben, insgesamt steckt nun 20 Millionen Euro Risikokapital in dem Unternehmen, wie Fahrenholz dem Handelsblatt erklärt. Neben Alt-Investoren investiert in dieser Runde auch ein Private-Equity-Fonds. Zudem beteiligt sich der German Media Pool in einem Media-for-Equity-Deal an Book A Tiger. Für 10 Millionen Euro in Werbeleistungen erhält der Investor laut Handelsregister 0,5 Prozent am Unternehmen.

So tickt Europas Gründerszene
Der Europäische Start-up-Monitor
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Der European Start-up Monitor (ESM) hat festgestellt, wie die europäischen Start-ups ticken, welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen, woher Personal und Gründer stammen, und womit der größte Umsatz generiert wird. So schaffen die neuen Gründer im Schnitt zwölf Arbeitsplätze. Damit schaffen sie europaweit nach Aussage von Andrus Ansi, EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, damit Einzigartiges : „Niemand schafft mehr Beschäftigungsmöglichkeiten als Start-ups und andere junge Firmen, sie stellen rund 50 Prozent aller neuen Jobs.“

Quelle: ESM

Geschlecht der Gründer
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Ganz klar: Der Start-up-Sektor ist männlich dominiert. 85,2 Prozent der neuen Gründer sind Männer, lediglich 14,8 Prozent Frauen.

Erwartungen an die Politik
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Mit 60,1 Prozent klarer Spitzenreiter bei den Wünschen an die Politik: Der Abbau von regulatorischen und bürokratischen Hürden. Weitere wichtige Wünsche der Szene wären Steuervergünstigungen (48,9 Prozent), Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung (33,4 Prozent), ein besseres Verständnis für die Belange von Start-ups (30,4 Prozent), Unterstützung beim Venture Capital, dem Wagniskapital (26 Prozent) und eine bessere Unterstützung von Gründern, beispielsweise durch Beratungsangebote vor Ort (23 Prozent).

Aktuelle Herausforderungen
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Unter den größten Herausforderung als dringlichste sehen die neuen Gründer mit 19,5 Prozent den Vertrieb, beziehungsweise die Kundengewinnung an. Relativ entspannt gesehen wird mit nur 7,6 Prozent der Stimmen die Frage nach Cashflow und Liquidität. Komplettiert wird die Liste der aktuell größten Herausforderungen durch die Fragen nach Kapitalbeschaffung (12,1 Prozent), Wachstum (16,6 Prozent) und Produktentwicklung (17,1 Prozent).

Herausforderungen bei der Internationalisierung
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Bei der Expansion ins Ausland als größte Herausforderung nennen 30,3 Prozent der Befragten Differenzen in Gesetzgebung und Regulierung. Danach kommen die Anpassung eines Produkts an lokale Kundenwünsche (18,8 Prozent), Differenzen im Steuersystem (16,1 Prozent), kulturelle Differenzen (15,2 Prozent) und Sprachbarrieren (12 Prozent). 7,5 Prozent nennen andere Gründe als größte Herausforderung.

Herkunft der Gründer
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70,9 Prozent der Gründer kommen auch aus dem Heimatland des Start-ups. Dennoch hat sich der Teil der Gründer die aus anderen EU-Staaten kommen deutlich erhöht, wer stieg um 8,6 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent. 4,8 Prozent der Gründer kommen aus Nicht-EU-Ländern.

Herkunft der Mitarbeiter
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Unter den Mitarbeitern der neuen Unternehmen bietet sich ein ähnliches Bild: 70,9 Prozent stammen auch hier aus dem Heimatland des Start-ups. 18,7 Prozent stammen aus anderen, 10,5 Prozent aus Nicht-EU-Ländern. Damit kommt immerhin ein Drittel der europaweit bei Start-ups Beschäftigten aus anderen EU- oder Drittländern.

Book A Tiger sei durchfinanziert, um in den nächsten zehn bis zwölf Monaten profitabel zu werden, sagt Fahrenholz. Mit dem Geld soll der Umbau des Unternehmens zur Reinigungsfirma für Büros fortgesetzt werden. „Wir konnten bereits 500 Unternehmen gewinnen“, erklärt Fahrenholz. Darunter seien Start-ups wie Deliveroo, aber auch große Anwaltskanzleien.

Der „Business-to-Business“-Bereich sei in den vergangenen zwölf Monaten um 1600 Prozent gewachsen. Allerdings bietet Book A Tiger seine Leistungen auch erst seit eineinhalb Jahren Unternehmen an. „Wir wollen eine Schnittstelle für Büros werden, über die man alle Dienstleistungen wie Catering und Getränke, aber auch Hausmeister- und Sicherheitsdienste buchen kann“, erklärt Fahrenholz.

Fahrenholz und Ritter sind Altbekannte in der Berliner Gründerszene: Vor Book A Tiger hatten die beiden bereits Lieferheld mitgegründet, aus dem Delivery Hero hervorging, das mit rund drei Milliarden Euro am höchsten bewertete deutsche Start-up. Die Essenslieferplattform verließen sie 2014, um sich Book A Tiger zu widmen.

Mit dem stärkeren Fokus auf Unternehmenskunden bewegen sich die beiden Gründer auch wieder in Richtung ihrer Wurzeln: Die Vernetzung von Catering-Firma und Büromanagern sei „eine Plattform, die sehr ähnlich läuft wie Delivery Hero.“

Das Geschäft mit Privathaushalten, die eine Putzkraft suchen, wächst aber ebenfalls weiter: Hatte Fahrenholz vor einem Jahr noch ein Wachstum auf 600 Mitarbeiter bis April 2016 angekündigt, nähere man sich jetzt 1000 Mitarbeitern. Die Hoffnung, durch die Festanstellungen eine bessere und verlässlichere Reinigung anbieten zu können, habe sich erfüllt, sagt Fahrenholz. Die Wiederkehrrate von Kunden habe sich um das Zweieinhalbfache erhöht.

Und das, obwohl Hauptkonkurrent Helpling, die von Rocket Internet finanzierte Reinigungs-Plattform, meist einige Euro weniger pro Putzstunde verlangt. „Klar sind wir teurer“, sagt Fahrenholz, „wir müssen ja auch Steuern und Sozialversicherung zahlen.“

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1 Kommentar zu "Reinigungs-Start-up: Book A Tiger will mehr Büros putzen"

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  • "Herr Max Marx08.02.2017, 10:50 Uhr
    @ Marc Hofmann
    Selten so einen unqualifizierten Unsinn gelesen!!!
    Autonomes Fahren ist weit mehr als nur programmieren. Das Programmieren ist in diesem Bereich ein Hilfsjob. Die wahren Macher sind die Bauteileentwickler & Applikateure. Mal informieren ... bevor du Märchen postest."

    @Max Marx
    ich poste keine Märchen,
    sondern nur die Wahrheiten über die grünsozialistische Merkelregierung.
    Was wäre ich froh, wenn wir so lupenreine Demokraten wie Putin oder Trump an der macht hätten.
    Aber wir haben ja nur einen zaudernden Hosenanzug.
    Danke

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