Reise in die Golfregion
Deutsche Firmen umschmeicheln die Scheichs

Der Wirtschaftstross im Gefolge von Finanzminister Steinbrück ist zufrieden mit der Reise in die Golfregion und den dort geführten Gesprächen. Reizvoll ist für die deutschen Manager derzeit vor allem das Megaprojekt Dubai-Land. Steinbrück hatte bei seinem Gespräch mit dem Finanzminister der Vereinigten Arabischen Emirate indes weniger Erfolg.



DUBAI. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat nicht umsonst eine zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation auf seine Auslandsreise in die Golfregion mitgenommen. Deutsche Unternehmen wie Eon, Fraport, Evonik oder Deutsche Bahn suchen nach lukrativen Aufträgen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten oder liebäugeln mit Investitionen der milliardenschweren Staatsfonds aus den Golfstaaten in der deutschen Heimat.

Zwar kam es während der viertägigen Reise zu keinen konkreten Vertragsabschlüssen, dennoch zeigten sich die deutschen Manager zufrieden mit dem Ausgang der Gespräche. „Man muss mit den Unternehmern in den arabischen Ländern Geduld haben. Die langjährigen Geschäftsbeziehungen sind aber eine gute Grundlage für weitere Geschäfte“, sagte Wilhelm Bonse-Geuking, Chef der RAG-Kohlestiftung, dem Handelsblatt.



Wie der Ex-Ölmanager Bonse-Geuking denken auch viele andere deutsche Unternehmer. Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügen dank des hohen Ölpreises über unvorstellbare Vermögen. Mit einem Anlagevolumen von rund 850 Mrd. US-Dollar verwaltet Adia, die staatliche Investitionsbehörde der VAE, den größten Staatsfonds weltweit. Die kuwaitische Investitionsbehörde kommt immerhin auf ein Vermögen von etwa 250 Mrd. US-Dollar. Beide Fonds suchen derzeit nach weiteren Anlagemöglichkeiten vor allem in den westlichen Industrieländern. Gleichzeitig planen beide Golf-Staaten, deren Bruttoinlandsprodukt mit zweistelligen Raten wächst, den Ausbau ihrer Finanzzentren.

Reizvoll ist für die deutschen Manager derzeit vor allem das Megaprojekt Dubai-Land. Auf einer Fläche von 300 Quadratkilometern soll bis zum Jahr 2020 eine komplett neue Stadt in Dubai entstehen. Mit dem Projekt der Superlative, das wahrscheinlich knapp 100 Mrd. Euro kosten wird und einen Lebensraum für 2,5 Mio. Menschen schaffen soll, will das Emirat Dubai Touristen aus der ganzen Welt anlocken. Neben Legoland, Wasserparks, Filmstudios, Formel-1-Rennen und internationalen Golf-Turnieren sollen Einkaufsmeilen und Unterhaltungsprogramme Besucher anziehen.

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