Rekordumsatz für Sennheiser
„Unsere Kopfhörer sind heute viel cooler“

Seit 70 Jahren ist der Audiospezialist Sennheiser auf der Suche nach dem perfekten Klang. Die Enkel des Gründers erzählen, warum sie Konkurrenten wie Beats erst unterschätzten und wie sie Innovationen ausbrüten.
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HannoverWenn Popstar Pink hoch in der Luft über dem Publikum Purzelbäume schlägt und dabei singt, ohne dass es rauscht – dann liegt das an den drahtlosen Mikrofonen der Firma Sennheiser. Der Audiospezialist aus der Nähe von Hannover hat mit der Sängerin eine ganz spezielle Tontechnik entwickelt. Herbert Grönemeyer, Beyoncé und viele andere Stars und Sternchen vertrauen ebenfalls auf Mikros aus dem Hause Sennheiser. „Auch den Eurovision Song Contest statten wir seit fast 25 Jahren mit Audiotechnik aus“, erzählt Andreas Sennheiser im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Sein Bruder Daniel und er führen das Familienunternehmen gemeinsam. Vor 70 Jahren hatte ihr Großvater Fritz die Firma gegründet. Heute ist Sennheiser einer der weltweit führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 2700 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Am Mittwoch legte Sennheiser nun Zahlen vor – mit einem Rekordumsatz. Die Delle des Vorjahres ist damit überwunden. Die Erlöse stiegen 2014 um 7,5 Prozent auf 634,8 Millionen Euro. Zuletzt hatte der Umsatz stagniert, der Gewinn war 2013 gar von 43,5 Millionen auf 14,3 Millionen Euro eingebrochen. Der Ertrag hat sich nun wieder deutlich erholt und steigt auf 34,7 Millionen Euro.

Die beiden Sennheiser-Brüder sind sichtlich zufrieden. Denn das Unternehmen wuchs in allen Regionen und Produktgruppen. Die Hälfte des Geschäfts macht Sennheiser mit Kopfhörern für Privatleute, die andere Hälfte mit Profi-Audio-Ausrüstung.

Das Geschäft ist sehr international. 85 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Audiospezialist inzwischen im Ausland, den Großteil in Europa. „In Europa sind wir bei Kopfhörern mit rund 30 Prozent Anteil klarer Marktführer“, sagt Daniel Sennheiser. „Aber auch in China sind wir führend bei Premiumkopfhörern.“

Dabei fing das Familienunternehmen ganz klein an. Direkt nach dem Krieg gründete Elektroingenieur Fritz Sennheiser 1945 das „Labor W“ in Wennebostel bei Hannover – nicht in einer Garage, sondern in einem Fachwerkhaus. Dort fertigte der Tüftler zunächst Röhrenvoltmeter, dann ein selbst entwickeltes Mikrofon.

Sennheiser erfand den ersten offenen Hifi-Kopfhörer der Welt, den HD 414. „Das war 1968 eine Revolution“, erzählt Andreas Sennheiser. Bis heute ist der HD 414 mit über 10 Millionen Exemplaren einer der meistverkauften Kopfhörer der Welt. Auch Sony nutzte jahrelang Patente von Sennheiser in seiner Walkman-Familie.

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