Rethmann Gruppe
Deutschlands erster Resteverwerter

Norbert Rethmann hat mit der Rethmann Gruppe den größten Entsorger der Republik aufgebaut. Zwar hat der Patriarch der Müll-Dynastie den Konzern schon an seine Söhne übergeben, aber trotzdem redet er weiter mit. Und mit einem sicheren Gespür für lohnende Übernahmen erweitert er Schritt für Schritt das Unternehmen.

LÜNEN. Kompoststraße, Ecke Schlackestraße: Vielleicht schlägt hier das Herz der Rethmann-Unternehmensgruppe, hier auf dem Gelände der Zentrale in Lünen. In jedem Fall wird aus Überzeugung gearbeitet. Wer sonst kommt auf die Idee, Straßen nach Abfall zu benennen? Von „Müll“ redet hier im Nordosten Dortmunds, wo Rethmann nach eigenen Angaben das größte Zentrum für Kreislaufwirtschaft Europas betreibt, jedenfalls niemand: Recycling, Sekundärrohstoffe und Stoffströme sind die Themen. Aus dem Hochglanzmagazin wird eine Tageszeitung. Und danach Klopapier. „Downcycling“ sagt der Fachmann. Und meint einen guten Deal.

„Ich muss kein Grüner sein, um vom Recycling überzeugt zu sein“, sagt Norbert Rethmann. Er ist in erster Linie Unternehmer, der erfolgreichste in der deutschen Müllbranche. Kernunternehmen der Rethmann-Gruppe ist der Entsorger Remondis. Der hat vor wenigen Wochen die Bieterschlacht um den Branchenführer im Stahlschrotthandel TSR für sich entschieden und das Bottroper Traditionsunternehmen übernommen. Wenn das Kartellamt der Verbindung seinen Segen gibt, steigt die Zahl der Beschäftigten damit um 1 500 Mitarbeiter auf dann 18 500, der konsolidierte Umsatz für 2006 läge bei rund vier Mrd. Euro.

Der bisher größte Coup des Norbert Rethmann ist gerade einmal zwei Jahre her. Damals übernahm Remondis den Branchenführer RWE Umwelt und katapultierte sich damit selber an die Nummer eins. „Bei uns sind Übernahmen nicht so sehr vom Preis abhängig, sondern von der Frage, ob wir jemanden haben, der das neue Unternehmen leitet“, sagt der Mann, der aus Abfall Geld macht. Nach tiefroten Zahlen bei der Übernahme soll die ehemalige RWE-Tochter jedenfalls schon in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem die Rhenus, ein Logistiker mit Milliardenumsatz, und mit Saria Bio-Industrees der europäische Marktführer für Tierkörperbeseitigung. Insgesamt über 33 000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt die Gruppe nach dem TSR-Deal, der Umsatz für das Jahr 2006 beläuft sich auf rund sieben Mrd. Euro. Rethmann hat seine Unternehmen trotz der Größe mittelständisch organisiert: dezentral und mit flacher Hierarchie. Mitarbeiter, die nach RWE jetzt für Remondis arbeiten, loben kurze Wege und klare Verantwortlichkeiten.

Der heute wichtigste Müllmann der Republik fängt 1961 an, als er in die Spedition seines Vaters in Selm einsteigt. Die bedient damals mit fünf Mitarbeitern die ganze Palette von der Post bis zur Müllabfuhr, der Leichenwagen im Fuhrpark fährt noch mit echten Pferdestärken. Im gleichen Jahr gewinnt Rethmann die Ausschreibung der Stadt Selm zur „staubfreien Abfuhr“ von Müll, und schafft den ersten richtigen Mülltransporter an.

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