Richtige Wahl ist mitentscheidend für den Geschäftserfolg
Standortwahl folgt Trends

Die richtige Wahl des Standorts ist mitentscheidend für den Geschäftserfolg - das gilt für das Inland ebenso wie für das Auslang. Gleich zwei Trends kann Rainer Koehne von der Rheinischen Lagerhaus Gesellschaft feststellen. So ist erstens die Straße als Verkehrsträger nur noch eingeschränkt lukrativ. Und zweitens mieten oder leasen Unternehmer lieber eine Immobilie, anstatt langfristig Kapital in einem eigenen Gebäude zu binden.

DÜSSELDORF. Beispielhaft für diesen Umwandlungsprozess steht der Standort Dormagen/Neussdes Mülheimer Logistikinvestors. Die 40 000 Quadratmeter große Lagerhalle wurde vom Haushaltsgeräte-Konzern Elektrolux angemietet – als eines von nur noch zwei Zentrallagern, von denen aus Händler in ganz Deutschland mit weißer Ware versorgt werden. „Obwohl die Immobilie direkt neben der Autobahn liegt, erfolgt inzwischen mehr als die Hälfte der Warenanlieferungen per Schiene oder Schiff – Tendenz weiter steigend“, sagt Koehne, Vorstandsvorsitzender der Rheinischen Lagerhausgesellschaft, die über mehr als 20 Logistikstandorte in Deutschland, Frankreich. Luxemburg und der Schweiz verfügt. Und auch beim Weitertransport nutzt Mieter Elektrolux verstärkt die Alternativen zur Straße. Jedes fünfte Elektrogerät wird bereits heute per Bahn ausgeliefert.

Die Gründe, weshalb das Unternehmen die Autobahnanbindung weniger nutzt, liegen auf der Hand: „Die hohen Öl- und Dieselpreise sowie die Lkw-Maut lassen die Transportkosten extrem steigen“, erklärt Koehne. Kein Wunder also, dass Konzerne auf alternative Verkehrswege wie Wasser und Schiene ausweichen. Dagegen wird zum Beispiel im Bereich der Cross-Docking-Center, wie sie beispielsweise von Postdiensten beim Paketumschlag genutzt werden, die Autobahnanbindung noch intensiv ausgenutzt. „Zumal von dort aus in der Regel kleinere Lastwagen eingesetzt werden, die nicht der Maut unterliegen und welche für die Zustellung an die Endkundenbesser geeignet sind“, erklärt Koehne.

Zwischenlager sinnvoll

Die hohen Transportkosten auf der Straße bringen aber noch eine weitereVeränderung in der deutschen Wirtschaft mit sich: „Die Just-in-time-Hysterie hat sich gelegt“, beoachtet der Logistik- Fachmann. In der Vergangenheit lautete die Devise, die Vorratshaltung zu minimieren, weil mit ihr zu viel Kapital gebunden wird. Angesicht der aktuellen Transportkosten kommt es allerdings heute deutlich günstiger, über mehrere kleinere Zwischenlager für die pünktliche Versorgungder einzelnen Regionen zu sorgen.

Der zunehmende Kostendruck bildet auch die Grundlage eines weiteren Trends, den der Mülheimer Experte beobachtet. Um die langfristige Kapitalbindung zu minimieren werden zum Beispiel Lager gemietet oder geleast. Gehört die genutzte Immobilie bereits dem Unternehmen, lassen sich mit dem Sale-and-lease-back-Verfahren – dem Verkauf und anschließenden Zurückleasen – zusätzliche Liquidität freisetzen und die Bilanzrelationen durch Abbau von Verbindlichkeiten verbessern.

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