Risiken werden zunehmend in den Kapitalmarkt transferiert
Die Risikoabsicherung der Fußball-WM gilt als Wegweiser

Mehr als zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 befindet sich die Versicherungsindustrie in einer tief greifenden Umstrukturierung. Neben den Terroranschlägen hat eine Reihe von Faktoren dazu geführt, dass Kapazitätsengpässe und hohe Prämienforderungen den Versicherungsmarkt kennzeichnen.

Das aktuelle Umfeld des Versicherungsmarktes verleiht der Konvergenz von Versicherungs- und Kapitalmärkten neue Impulse. So entstand eine Triebfeder für Produkte im so genannten Alternative Risk Transfer (ART). Im Gegensatz zur Bank-Assurance, die in den 80er und 90er Jahren oft als Konvergenz zwischen Banken und Versicherungen beschworen wurde, geht es bei ART-Lösungen nicht um Synergien aus Vertriebsallianzen, sondern vielmehr um Produkt-Innovationen.

Der Kapitalfluss in die und aus der Versicherungsindustrie ist betont zyklisch, da sich die Industrie weit stärker auf menschliches und regulatorisches Kapital stützt, als beispielsweise die herstellende Industrie, die von weniger liquiden Kapitalanlagen abhängig ist. Die Neugründungen von Rückversicherern auf den Bermudas belegt die opportunistische Natur der Kapitalflüsse im Versicherungsmarkt. Seit 2001 wurden mehr als 8 Mrd. $ in Start- Ups auf den Bermudas investiert.

Die veränderte Risikopolitik der Versicherer lässt alte Trennlinien zwischen Versicherungs- und Kapitalmärkten verschwimmen: Während sich Banken traditionell in erster Linie mit der Absicherung von "high frequency - low impact"-Risiken beschäftigen, liegt das Geschäft der Versicherungen im Bereich der mit "low frequency - high impact" bezeichneten Risiken beschäftigen. Dies sind solche Risiken, die sich im Gegensatz zur erstgenannten Kategorie durch eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit auszeichnen, aber gleichzeitig mit einem großen Schadenspotenzial verbunden sind.

Der zu beobachtende Rückzug einiger Versicherer aus der Absicherung solcher Spitzenrisiken hinterlässt ein Vakuum, das Banken durch innovative Finanzprodukte füllen können. So genannte Risk-Linked Securities - Wertpapiere, die sich auf bestimmte Risiken beziehen und oftmals als "Katastrophenbonds" bezeichnet werden - sind das Instrument dafür. Es lässt sich dabei eine Parallele zwischen der Verbriefung von Kreditrisiken, die in den frühen 90er Jahren begann, und der Verbriefung von Spitzenrisiken in der Versicherungsindustrie ziehen. Ähnlich dem Kreditrisiko einer Bank, ist es auch für Versicherungen nicht möglich, ihre Spitzenrisiken horizontal, innerhalb einer Risikokategorie, zu diversifizieren. Eine Risikodiversifikation muss vertikal - also über alle Risikoklassen hinweg - erfolgen.

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