Risikokapital für Start-ups
Die rettenden Finanzengel der Gründer

Start-ups bekommen in Deutschland kein Risikokapital? Das stimmt nicht. Immer öfter springen finanzstarke Einzelinvestoren ein. Die Geschichte eines erfahrenen Managers, der zum „Business Angel“ eines Gründers wurde.

MünchenFür Ernst&Young und IBM, für Microsoft und Avaya hat Jürgen Gallmann in führender Position gearbeitet. Doch die Start-up-Atmosphäre hier weiß er zu schätzen. Von der Eingangstür bei „Egym“ in einer noblen Adresse in München geht es direkt in die große, offene Küche, in der auch ein paar Fitnessgeräte aus eigener Produktion stehen. Jeden Mittag wird hier gemeinsam gekocht. So langsam aber wird es für die Software-Entwickler, Maschinenbau-Experten und Vertriebs-Spezialisten eng auf der Etage.

„Egym“, erst seit 2013 mit Produkten am Markt, setzt schon einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag um. Auch in den kommenden Jahren sollen die Erlöse jeweils verdoppelt werden. „Da ist viel Dynamik drin“, sagt Investor Gallmann. Als er 2012 einstieg, war das noch eine Wette auf die Zukunft. Ein Dutzend Mitarbeiter hatte „Egym“ damals gerade, heute sind es 180. Gallmann war auf der Suche nach attraktiven Investments, sein eigenes Unternehmen „Visionapp“ hatte er 2011 erfolgreich verkauft.

Gallmann ist heute ein Prototyp für Geldgeber in der deutschen Start-up-Szene. Seit Jahren wird ja beklagt, dass junge Firmen in Deutschland nur schwer an Risikokapital kommen. „Natürlich sind wir oft um den Faktor zehn kleiner als in den USA“, sagt Carsten Rudolph, Geschäftsführer der Initiative „BayStartUp“. Doch wer eine gute Geschäftsidee habe, der finde auch Finanziers.

Zwar engagieren sich noch immer deutlich weniger Venture-Capital-Fonds als in den USA. Doch spielen sogenannte „Business Angels“ eine immer größere Rolle. Rudolph spricht lieber von Einzelinvestoren – zum Beispiel Unternehmer, die ihr eigenes Start-up verkauft haben, und sich nun als Geldgeber bei jungen Firmen engagieren wollen.

Allein „BayStartUp“ hat inzwischen mehr als 200 solcher Investoren im Netzwerk. Und so war auch Gallmann, eines von sechs seiner Investments, auf „Egym“ gestoßen. Gründer Philipp Roesch-Schlanderer präsentierte seine Firma bei einer Netzwerkveranstaltung. Und Gallmann, an Fitnessthemen persönlich interessiert, biss an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%