Risikokontrolle
Netz und doppelter Boden

Mittelständische Unternehmen kümmern sich immer stärker um die systematische Kontrolle von Risiken. Anders als noch vor Jahren haben sie dabei nicht mehr nur den Schutz vor Wechselkursschwankungen im Auge. Auch gegen Zinsrisiken und Mehrkosten durch steigende Rohstoffpreise sichern sich Mittelständler zunehmend ab. Ein beliebtes Mittel: Derivate.

FRANKFURT. Für die Manager deutscher Autokonzerne ist es eine lästige Routine: Wann immer der Wechselkurs des Euros zum US-Dollar etwas stärker ansteigt, müssen sie reflexartig Fragen nach ihrer Absicherung gegen Währungsverluste beantworten. Aber nicht nur für Großkonzerne sind Absicherungsgeschäfte ein Thema. Auch mittelständische Unternehmen kümmern sich immer stärker um die systematische Kontrolle von Risiken.

Der quer durch alle Branchen wachsende Margendruck und die Erfahrung, dass höhere Preise kaum noch an die Kunden weitergegeben werden können, haben die Sensibilität der Unternehmen für solche Risiken deutlich gestärkt.

Die Banken indes verstärken diesen Trend, indem sie ihr Produktangebot für Mittelständler kräftig ausgebaut haben und damit offensiv in den Vertrieb gehen. Im Zentrum stehen dabei Derivate, also Finanzinstrumente, deren Marktwert sich von der Entwicklung einer anderen Anlageklasse – beispielsweise Aktien, Rohstoffen oder Zinsen – ableitet. „Wir haben in den letzten Jahren im Derivategeschäft ein stürmisches Wachstum gesehen“, berichtet Roland Weiß, Abteilungsleiter Fixed Income Corporate Sales bei der DZ Bank. Vor allem im Bereich der Zinsderivate habe sich das Volumen vervielfacht.

Mit Zinsderivaten können sich Investoren gegen das Risiko zu hoher Kreditkosten schützen. „Wenn ich ein steigendes Zinsniveau erwarte, kann ich mir über Derivate günstige Konditionen auch für die Zukunft sichern“, erklärt Gary Weir, Derivate-Experte der Commerzbank. Aber auch in die andere Richtung können die Finanzinstrumente sinnvoll sein, beispielsweise wenn die Zinsen sinken und ein Mittelständler auf langfristigen Krediten mit fixen Konditionen sitzt: „Bei dem harten Wettbewerbsumfeld, das Sie mittlerweile in allen Branchen haben, kann ein Unternehmen enorme Nachteile erleiden, wenn es nicht marktgerecht finanziert ist“, sagt DZ-Experte Weiß. Was für den Zinsbereich gilt, trifft analog für das Währungs- und Rohstoff-Hedging zu.

Für welche Unternehmen lohnt sich ein solches Hedging? „Eine Absicherung ist immer angesagt, wenn hohe Risiken für das Geschäft bestehen, seien es Zins-, Währungs- oder Rohstoffrisiken“, sagt Weiß. An den passenden Finanzinstrumenten mangelt es mittlerweile auch für mittelständische Unternehmen nicht.

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