Risikomanagement
Bauchgefühl reicht nicht mehr

Risiko und erwartete Erträge müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Viele Unternehmer verlassen sich auf ihre Intuition - und setzen damit die Firma aufs Spiel. Denn durch die Schwankungen der Währungskurse und der Rohstoffpreise wird es für mittelständische Unternehmen noch riskanter.

DÜSSELDORF. Was macht einen erfolgreichen Unternehmer aus? Ein wesentliches Merkmal ist sicher die treffsichere Beurteilung von Chancen und Risiken - beide sind zwei Seiten einer Medaille: Ohne etwas zu riskieren, kann kein Unternehmen wachsen. Entscheidend ist allerdings, dass die eingegangenen Risiken am Ende nicht die Existenz kosten. Gerade erfolgreiche Mittelständler verlassen sich bei dieser Abwägung allerdings mehr auf ihre Intuition als auf eine systematische und kontinuierliche Bewertung.

"Nur mit Hilfe des berühmten Bauchgefühls wird es in absehbarer Zukunft schwierig werden, alle relevanten Risiken zu erkennen, zu bewerten und effizient zu steuern", warnen der Risikoexperte Hendrik Florian Löffler. "Ein funktionsfähiges Risiko- und Chancenmanagement wird zunehmend zum Erfolgsfaktor. Schließlich wird der Wert eines Unternehmens dadurch beeinflusst, ob erwartete Erträge und Risiken in einer ökonomisch vernünftigen Relation zueinander stehen."

Es gibt verschiedene Arten von Risiken, die Unternehmen bedrohen. Größere Betriebsunterbrechungen treten zwar selten auf, aber nur rund ein Viertel der betroffenen Unternehmen erholt sich davon auch wieder - der Rest verschwindet vom Markt oder geht durch Fusion in einem anderen Unternehmen auf. "Dagegen kann man sich zwar versichern, das alleine hilft aber nicht, weil Kunden und Marktanteile für immer verloren sind - etwa bei Auto-Zulieferern", so Löffler, der Geschäftsführer von Funk RMCE in Hamburg ist.

Auch die starken Schwankungen der Währungskurse und Rohstoffpreise machen den Unternehmen zu schaffen. Diese Risiken können jeden treffen, und immer mehr KMUs schützen sich mit sogenanntem Hedging davor. Dabei geht es um den Versuch, sich durch den Abschluss eines Gegengeschäfts etwa auf Optionsbasis abzusichern. "Banken bieten solche Lösungen auf der Basis von Standardprodukten an", so Löffler. "Das funktioniert aber nur, wenn für das Produkt ein Marktpreis, also eine Börse existiert."

Interne Risiken ergeben sich aus der Organisation und der Struktur eines Unternehmens - etwa wenn der Geschäftserfolg vor allem von einem dominierenden Gesellschafter abhängt. Typisch für KMUs ist noch immer die intuitive Unternehmensführung durch einen Patriarchen, der für den Erfolg scheinbar unentbehrlich ist und viel aus dem Bauch agiert. "Solche Firmen sind oft auch ohne niedergeschriebene Strategie erfolgreich, brechen aber zusammen, wenn die prägende Persönlichkeit ausfällt", warnt Löffler. "Hier muss die Kompetenz auf mehrere Mitarbeiter verteilt werden."

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