Risikomanagement im Mittelstand
Beirat ist wichtig - auch im Familienunternehmen

Ein starker Beirat kann in einem Familienunternehmen eine entscheidende Rolle spielen, wenn der Unternehmer an der Spitze wegen Krankheit oder Unfall plötzlich ausfällt. Doch nicht nur aus diesem Grund halten Experten ein Gremium an der Seite des Unternehmers für sinnvoll: Auch im Alltagsgeschäft von Familienunternehmen kann ein Beirat eine wichtige beratende und kontrollierende Funktion haben.

HB DÜSSELDORF. Der im Jahr 2004 formulierte Corporate-Governance-Kodex für Familienunternehmen empfiehlt einen solchen Beirat, dessen Struktur und Größe an die Unternehmensgröße angepasst sein sollte. Hinter dem Kodex stehen namhafte deutsche Familienunternehmer wie Franz Haniel, Jürgen Heraeus, Reinhard Zinkann (Miele) und Karl-Erivan Haub (Tengelmann) sowie die Bonner Unternehmensberatung Intes.

Dem Kodex zufolge sollte ein Beirat über Auswahl und Bezahlung des Managements mitentscheiden können und in die grundsätzlichen unternehmerischen Schritte involviert werden. Zudem sollte das Management dem Beirat gegenüber regelmäßig ausführlich berichten und seine Arbeit so kontrollieren lassen.

Soweit die Empfehlungen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass vor allem die großen Familienunternehmen und die Familienkonzerne solche starken Beiräte installiert haben, wie eine Untersuchung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung ergab. August Oetker etwa kooperiert in der Nachfolgelplanung eng mit seinem Beirat, dem auch familienfremde Mitglieder angehören.

Bei typischen Mittelständlern hingegen überwiegt die Skepsis: Nur rund ein Viertel der Firmen mit weniger als 500 Beschäftigen verfügt über einen Beirat. Ein Grund: Viele Inhaber wollen sich nicht in die Karten gucken oder ins Geschäft reden lassen, und sie wollen sich nicht einem Gremium unterordnen.

Die Initiative "Mittelstand Plus" hingegen sieht ein wesentliches Argument für einen Beirat in den zusätzlichen Marktchancen, die sich durch die Kontakte der Beiratsmitglieder ergeben können. Dazu muss ein Beirat aber mit hochkarätigen Mitgliedern besetzt sein, die nicht zum Unternehmen oder Kreis der Gesellschafter und der Eignerfamilien gehören.

Für Dietrich Reinhardt, Experte für Familienunternehmen bei Kap-1-Consulting, ist dies entscheidend für die Stärke, mit der ein Beirat seine Aufgaben wahrnehmen kann: Mindestens zwei Mitglieder sollten von außen kommen - im Fall Oetker haben die Externen sogar die Mehrheit im Beirat der Gruppe. In den Beiräten deutscher Familienunternehmen sind neben Gesellschaftern vor allem Fremdgeschäftsführer anderer Familienunternehmen, Berater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer vertreten.

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