Roman Niewodniczanski: Der„Winzer des Jahres“ aus der Brauerei-Dynastie

Roman Niewodniczanski
Der„Winzer des Jahres“ aus der Brauerei-Dynastie

Roman Niewodniczanski ist Bier-Erbe, hat Betriebswirtschaft sowie Wirtschaftsgeografie studiert - und ist dann Winzer geworden. Jetzt wurde er mit dem „Wein-Oscar“ prämiert. An sein Gut grenzt das von Günther Jauch.
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Düsseldorf/KanzemVor elf Jahren traf er die Entscheidung seines Lebens: Roman Niewodniczanski, Ururenkel des Gründers einer der größten deutschen Brauereien, Bitburger, kaufte unweit seiner Heimat in der Eifel ein marodes Weingut. Sein Ziel war es, aus Van Volxem in Wiltingen an der Saar einen der besten Rieslingerzeuger Deutschlands zu machen.

Und die Mühe hat sich gelohnt: Das Genuss-Magazin „Falstaff“ hat den 43-Jährigen als „Winzer des Jahres 2012“ ausgezeichnet. Die Jury lobte die Weine Niewodniczanskis, die „konzentriert, extraktreich und voller Mineralien sind“. Es handele sich um Naturweine mit Lagenprofil und Reifepotenzial im Stil der berühmten Saarweine um 1900. Und der ehrgeizige Winzer habe es geschafft, das Weingut, das vor 100 Jahren zu den besten der Welt gehörte, aus „seinem Dornröschenschlaf zu wecken“.

Für Niewodniczanski, den Sprössling aus der Bierdynastie, dürfte der „Wein-Oscar“ eine weitere Bestätigung seiner Arbeit sein. Denn mit der eher unkonventionellen Entscheidung des studierten Betriebswirts und Wirtschaftsgeografen, der früher als Unternehmensberater aktiv war, für Wein und damit gegen Bier hatte der jüngste von drei Söhnen eine Zeit lang die eigene Familie gegen sich aufgebracht. Doch mit dem Erfolg - seine Weine gibt es heute in den teuersten Hotels der Welt - kam auch die Akzeptanz. Mittlerweile ist der Familienfrieden wieder hergestellt und seine Erzeugnisse werden im Bitburger Brauerei-Ausschank „Zum Simonbräu“ angeboten.

45 Hektar bewirtschaftet Niewodniczanski an der Saar. In unmittelbarer Nachbarschaft, in Kanzem, liegt im Übrigen das Weingut von Othegraven, das der Fernsehmoderator Günther Jauch 2010 aus dem Familienbesitz gekauft hat. Für ihn ist sein Nachbar ein Vorbild: „Roman Niewodniczanski hat mit dem Gut Van Volxem richtig was auf die Beine gestellt. Er hat als Seiteneinsteiger gezeigt, was man mit Ehrgeiz, Fleiß und gutem Marketing schaffen kann.“

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
Tino Andresen
Tino Andresen
Handelsblatt.com / Reporter

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