Rügenwalder Mühle
„Wir sind die Leckeren“

Christian Rauffus führt das in Pommern ansässige mittelständische Familienunternehmen Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH und Co KG in der fünften Generation: Dabei profitiert der Hersteller der Wurstspezialitäten von kostspieliger Markenwerbung, aber bleibt dem Ursprung in Pommern treu.

BAD ZWISCHENAHN Am Anfang steht eine ländliche Idylle: Der Blick fällt auf das kleine Schulhaus, das an einem malerischen Dorfteich liegt, Gänse laufen durch das Bild. Drinnen unterrichtet ein hübsches Fräulein adrette Jungen und Mädchen. Und wir erfahren sehr schnell, warum der neunjährige Max bei seinen Klassenkameradinnen so beliebt ist: Weil sein Vater Metzger ist und er deshalb immer die leckerste Wurst auf dem Brot hat – Schinkenspicker aus dem Hause Rügenwalder Mühle.

Wer solche TV-Spots produzieren lässt, muss als mittelständisches Familienunternehmen schon viel Geld in die Hand nehmen. Christian Rauffus, der in der fünften Generation die ehemals in Pommern ansässige Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co KG führt, beziffert es ganz genau. „Unser Werbeetat liegt bei 18 Millionen Euro“, sagt Rauffus, dessen Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 138 Millionen Euro Umsatz verbuchte.

Der Hersteller von Wurstspezialitäten mit Sitz in Bad Zwischenahn im Ammerland hat von dem massiven Einstieg in die Markenwerbung vor zehn Jahren nur profitiert. „Als wir anfingen in die Markentechnik zu investieren, betrug unser Umsatz umgerechnet gerade einmal 45 Millionen Euro“, berichtet Rauffus. Der erste ernst zu nehmende Marketingetat betrug acht Millionen Mark und damit etwa vier Millionen Euro.

„Reklamequatsch von Reklamefritzen“, brummte Seniorchef Kurt Rauffuss seinerzeit nur. Der ausgebildete Uhrmacher hatte nach dem Zweiten Weltkrieg im niedersächsischen Westerstede Ruth Müller, die Urenkelin des Unternehmensgründers und Tochter des damaligen Firmenchefs Carl Müller, kennen gelernt und kurze Zeit später geheiratet. Seit 1964 leitete er das Unternehmen mit der roten Mühle im Logo und verschrieb sich als Selfmademan mit Leib und Seele der Wurstherstellung.

Sein besonderes Augenmerk lag auf der Herstellung der berühmten Teewurst. „Es ist gar kein besonderes Geheimnis, sondern mehr eine Charaktersache, eine Rügenwalder Teewurst herzustellen“, war sein Lieblingsspruch, aber moderne Absatzförderung war ihm suspekt. Zumal seiner Ansicht nach Riesensummen dafür ausgeben werden mussten. Aber unter der Leitung des Seniors wächst die ehemalige Metzgerei auch ohne große Werbung zum mittelständischen Industriebetrieb heran.

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