Ruhrgebiet
Mittelständler erobert die ganze Welt

Der deutsche Bergbau ist mehr oder weniger ein Auslaufmodell. Um trotz allem erfolgreich zu bleiben, setzt der Mittelständler BBM-Gruppe nun aufs Ausland.
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Mühlheim Bis vor wenigen Wochen war das Unternehmen BBM Operta nur Branchenkennern ein Begriff. Das kleine Unternehmen mit Sitz im Ruhrgebiet betreibt zwei Tagebauminen in Bosnien und arbeitet unter anderem als Zulieferer für den deutschen Zechenbetreiber RAG. Doch jetzt hat der Mittelständler aus Mülheim einen echten Coup gelandet: Als einziges deutsches Unternehmen wird es zusammen mit seinem australischen Partner Macmahon eine Kohlemine in der Mongolei erschließen. Aber selbst in Deutschland treibt die BBM das Geschäft rund um den Bergbau voran. BBM steht für Bau, Bergbau, Montage.

Ein schwieriges Unterfangen, denn der Ausstieg aus dem subventionierten deutschen Steinkohlebergbau ist beschlossene Sache. Dafür müssen neue Absatzmärkte und neues Geschäft her. "Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen, doch im Jahr 2018 werden wir einen sehr wichtigen Markt verlieren", sagt Jochen Braksiek, Geschäftsführer der BBM-Gruppe.

Das bedeutet bei der BBM aber nicht wie bei vielen anderen den Abschied vom Bergbau - ganz im Gegenteil. "Wir schwimmen gegen den Strom - und das erfolgreich", sagt Braksiek. Erst im August wurde die kleine Maschinenfabrik Meran übernommen. In den Hallen einer alten Zeche in der Revierstadt Recklinghausen werden künftig Teilschnittmaschinen für den Berg- und Tunnelbau hergestellt. "Die BBM hat das Know-how für diese Maschinen und setzt sie auch selbst ein", sagt Braksiek.

Die Technologie sei weltweit gefragt. Es gebe immer mehr Anfragen, zuletzt aus Brasilien. Die Technik ist nicht nur für den Kohleabbau interessant, sondern auch für andere Rohstoffe, beispielsweise Kupfer. Die BBM-Gruppe profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage aus Ländern wie China oder Indien nach Rohstoffen und entsprechenden Fördermaschinen. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sind die Exporte von Bergbaumaschinen im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 3,35 Milliarden Euro gestiegen. Im Inland ist der Bedarf dagegen um 17 Prozent auf nur noch 450 Millionen Euro geschrumpft.

Die BBM-Gruppe erzielt mit rund 2 000 Mitarbeitern gut 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Sie unterhält selbst zwei Tagebauminen in Bosnien. "Doch wir sind keine Minenbetreiber im Ausland, sondern vor allem Contract-Miner", sagt Braksiek. Das zeigt sich gerade bei dem Engagement in der Mongolei.
Dort steht nicht die Kohleförderung im Mittelpunkt, sondern der Aufbau eines leistungsfähigen Kokskohletagebaus und die Ausbildung der Mitarbeiter. BBM und Partner Macmahon haben dazu einen Vertrag mit dem mongolischen Staatsunternehmen Erdenes TT geschlossen.

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