Russland
Claas hilft mit beim Sprung in die moderne Landwirtschaft

Der russische Präsident Medwedjew hat ein Kreditprogramm für Landwirte aufgelegt. Die russische Landwirtschaft erholt sich langsam von 60 Jahren Planwirtschaft. Davon profitiert auch ein deutsches Unternehmen: Der Mähdrescherhersteller Claas.

KRASNODAR.

Ralf Bendisch bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Der Generaldirektor des deutschen Landmaschinenherstellers Claas in Russland kennt Land und Leute, hat bereits in der Ukraine studiert. Aber in seinem Arbeitsalltag im südrussischen Krasnodar gibt es immer wieder Momente, die auch den besonnenen Manager aufregen – wenn etwa die Behörden wieder einmal den Betrieb „inspizieren“.

Dabei entschied sich das westfälische Familienunternehmen 2003 auch für Krasnodar, weil hier ein junger, als wirtschaftsfreundlich geltender Gouverneur das Sagen hat. Doch auch hier drückt die bizarre russische Bürokratie: Bendisch musste Hochleistungskopierer ordern, um den sagenhaften Appetit der russischen Verwaltung auf Formulare, Belege und Durchschläge zu stillen.

Das Geschäft trübt dies bisher aber nicht: Die Investition von rund 20 Millionen Euro hat sich gelohnt. Denn die russische Landwirtschaft erholt sich allmählich von 60 Jahren Planwirtschaft und staatlicher Bevormundung. Vor allem hier im Süden, der einstigen Kornkammer Russlands, investieren immer mehr Unternehmer in den Aufbau moderner landwirtschaftlicher Großbetriebe – und Technologien von Claas.

Mit Hilfe eines „nationalen Programms“ unter der Aufsicht des künftigen Präsidenten Dmitrij Medwedjew will der Staat den Farmen günstige Kredite für moderne Technologien zukommen lassen. Bis zum Jahr 2012 sollen 550 Mrd. Rubel (15 Mrd. Euro) in den Sektor fließen. Bendisch hält das Programm für einen Erfolg – die Effekte kann er an seinem Geschäft messen: „Der Anteil westlicher Maschinen in der Produktion nimmt stetig zu“. Russland sei ein Wachstumsmarkt.

Nach dem Untergang der Sowjetunion stellte sich zum wiederholten Male in der russischen Geschichte die Frage: Wem gehört das Land? Die riesigen staatlichen Kolchosen und Sowchosen sollten den Landarbeitern die Chance eröffnen, eine eigene Farm aufzumachen. Bald stellte sich allerdings heraus, dass nur die wenigsten das wollten. Die meisten machten weiter wie zuvor – in den Großbetrieben, in die aber nicht weiter investiert wurde.

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