Santiago de Chile
Deutsche investieren in Lateinamerika

Das Interesse der deutschen Wirtschaft an Lateinamerika wächst. Bei der elften Lateinamerika-Konferenz der deutschen Wirtschaft und der parallel stattfindenden Messe Expo Alemania in Santiago de Chile ist das deutlich zu spüren. Besonders der Rohstoffreichtum und die Absatzchancen machen die Region interessant.

SANTIAGO. "Es ist die größte deutsche Leistungsshow in Lateinamerika seit vielen Jahren", sagte Cornelia Sonnenberg, Geschäftsführerin der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer, die die beiden parallel laufenden Veranstaltungen, Lateinamerika-Konferenz und Messe Expo Alemania, organisiert hat.165 Aussteller präsentieren sich noch bis morgen in Santiago de Chile. 200 Experten, Unternehmer und Wissenschaftler sind angereist, 15 000 Besucher werden erwartet.

Schon in den vergangenen Jahren hat sich die deutsche Wirtschaft wieder verstärkt Lateinamerika zugewandt. Rund 2 000 deutsche Unternehmen haben zwischen Rio Grande und Patagonien 60 Mrd. Dollar investiert - nur Firmen aus den USA und Spanien sind noch stärker engagiert. Damit knüpfen die Deutschen an ihre Rolle als großer Auslandsinvestor in Lateinamerika an, die sie in den 90er-Jahren zeitweise verloren hatten.

Betrachtet man die Auslandsinvestitionen ohne die Re-Investitionen, dann haben deutsche Konzerne in der Region mit 24 Mrd. Dollar rund doppelt so viel investiert wie in China, heißt es beim Ministerium für Wirtschaft und Technologie. Lateinamerika ist die einzige Region außerhalb Europas, in der deutsche Konzerne Schlüsselpositionen in der Industrie besitzen, vor allem bei Autos und KFZ-Teilen sowie in der Chemie- und Pharmabranche oder dem Maschinenbau.

"Dennoch können wir uns auf unserem guten Image nicht ausruhen", sagte Bodo Liesenfeld, Chef des Lateinamerika-Vereins: "Denn auch andere Länder entdecken Lateinamerika als Beschaffungs- und Absatzmarkt." So erlebte die Region wegen des seit fünf Jahren anhaltenden Wachstumsbooms einen rasanten Zustrom ausländischer Investoren: Nach Angaben der Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) war Lateinamerika 2007 die Weltregion, in der die ausländischen Direktinvestitionen mit 50 Prozent das stärkste Wachstum verzeichneten. In Ost- und Mitteleuropa (ohne die EU) betrug das Plus 41 Prozent, in Asien (ohne Japan) sieben Prozent. Brasilien und Mexiko waren mit je rund 37 Mrd. Dollar die größten Investitionsempfänger. Chile verbuchte laut Unctad mit 15,3 Mrd. Dollar so viel Direktinvestitionen wie Indien.

Das wachsende Interesse der Unternehmen an Standorten in Lateinamerika hat mehrere Ursachen: Einerseits lockt die Region als Rohstoffproduzent mit Bergwerken, Öl- und Gasvorkommen und einer florierenden Agrarwirtschaft. Daneben existiert dort ein Markt mit 550 Millionen Konsumenten, die über ein höheres Pro-Kopf-Einkommen verfügen, als die Menschen in den asiatischen Wachstumsregionen, und die großen Nachholbedarf haben. Außerdem erlebt Lateinamerika derzeit einen massiven Investitionsboom seiner Infrastruktur.

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