Saudi-Arabien
Petrodollars fließen in Megaprojekte

Das Königreich Saudi-Arabien ist kein einfaches Land für ausländische Investoren. Doch weitgehende Wirtschaftsreformen, gute ökonomische Eckdaten und eine Vielzahl gigantischer Projektvorhaben, deren Realisierung nun verstärkt ins Rollen kommt, machen den Wüstenstaat zunehmend attraktiv.

KÖLN. Saudi-Arabien modernisiert seine Wirtschaft – und schiebt riesige Projektvorhaben an. Der Wüstenstaat investiert in milliardenteure neue Städte (Economic Cities), den Wohnungsbau, die Infrastruktur und die Schwerindustrie. Konservativen Schätzungen zufolge übersteigen die Investitionspläne für die kommenden 20 Jahre 825 Milliarden US-Dollar (US-Dollar). Eigentliche Herausforderung ist dabei die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Um die Saudis für neue Jobs fit zu machen, sieht der Haushalt 2008 28 Milliarden US-Dollar für Bildung vor – fast ein Viertel des Gesamtetats.

Die Realisierung der geplanten Megaprojekte kam bislang nur schleppend in Gang, obwohl die guten ökonomischen Eckdaten anderes erwarten lassen. Es wurden erst rund zehn Prozent der angekündigten Milliardenvorhaben in Angriff genommen. Wesentliche Gründe sind die große Schwerfälligkeit des Königreiches bei seinen Entscheidungsprozessen sowie der gesellschaftliche Konservativismus. Doch nun deutet sich eine Beschleunigung an: Die unternehmerischen Rahmenbedingungen haben sich durch Reformen verbessert. Außerdem hat die saudische Regierung die hohe Verschuldung der 90er-Jahre stark reduziert und sich so neue Spielräume geschaffen.

Kein Wunder also, dass Dahlia Al-Rahaimy, Vertreterin der saudischen Investitionsbehörde (SAGIA) in Deutschland, an hiesige Unternehmen appelliert, sich nicht von „Klischees leiten zu lassen“. Vielmehr müsse das sehr gute Geschäftsklima zur Kenntnis genommen werden, betont Al-Rahaimy und verweist darauf, dass Saudi-Arabien 2007 beim Doing Business Report der Weltbank auf Platz 27 noch vor Frankreich und Portugal lag.

Bei ihrer Entwicklungsstrategie setzt die saudische Regierung da an, wo das Land schon Wettbewerbsvorteile aufweist: im Öl- und Gassektor. Die Investitionen von rund 164 Milliarden US-Dollar fließen nicht nur in die Rohstoffförderung, sondern auch in den Ausbau der nachgelagerten Industrien, insbesondere in Raffinerien und die Petrochemie, vor allem Kunststoffe. Saudi-Arabien verfügt über bedeutende Vorkommen an Metallen und Industriemineralien wie Gold, Silber, Kupfer, Bauxit und Phosphate. Vor allem Letztere sollen künftig in großem Stil abgebaut und weiterverarbeitet werden. Für den Transport der wertvollen Stoffe aus dem Norden des Landes nach Ras al-Zour am Golf ist eine 1300 Kilometer lange Bahnstrecke geplant.

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