Saxonia Eurocoin
Sächsische Geldmaschine

Bei Saxonia Eurocoin dreht sich alles um das liebe Geld: Der 100-Mann-Betrieb aus dem sächsischen Dorf Halsbrücke ist der zweitgrößte Münzrohlinghersteller weltweit. Ein Drittel aller Euro-Münzen wurde aus den Rohlingen des 400 Jahre alten Betriebs gestanzt, den außerhalb der Branche keiner kennt.
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Wie ein rotgoldener Bach sprudeln die Blechscheiben aus der Maschine, 5000 Stück pro Minute. Sie werden in Kisten gesammelt und dann palettenweise verschickt. "Berlin" ist auf einem Begleitzettel zu lesen, "Dublin" auf einem anderen.

In dieser Fabrik geht es nur um das liebe Geld. "Das werden Ein-Cent-Münzen für die Euro-Zone", ruft Stephan Siegel, um das Rasseln und Klappern zu übertönen, und nimmt einen Rohling aus dem dahinfließenden Strom der Münzronden.

Siegel ist Geschäftsführer der Saxonia Eurocoin, einem 100-Personen-Betrieb im sächsischen Dorf Halsbrücke, fünf Kilometer von Freiberg entfernt. Drei Maschinen weiter rieseln angehende Ein-Baht-Stücke für das thailändische Finanzministerium in einen Trichter. An diesem gewöhnlichen Arbeitstag stanzen die Saxonia-Maschinen rund 20 Millionen Münzronden aus den 1,50 Meter breiten Blechrollen.

Mit diesem sehr speziellen, weil von hohen Anforderungen geprägten Geschäft ist das 400 Jahre alte Unternehmen einer dieser typisch deutschen Nischenhersteller, die außerhalb der Branche keiner kennt, die in ihrer Industrie aber weltweit ganz vorne mitspielen. Saxonia Eurocoin ist nach dem südkoreanischen Wettbewerber Poongsan der zweitgrößte Blankmünzenhersteller. Rund 90 Prozent der Produktion aus Halsbrücke gehen ins Ausland.

Ein Drittel aller Rohlinge für die Euro-Münzen stammt aus Sachsen. Von den Ein- und Zwei-Cent-Münzen wurden sogar 80 Prozent in diesen Hallen ausgestanzt, chemisch bearbeitet und geschliffen, bevor sie ihre Reise in die Prägeanstalten der Euro-Länder antraten. Auch der Schweizer Franken stammt zu großen Teilen aus Halsbrücke. An manchen Tagen stellt die sächsische Geldmaschine Münzronden mit einem angehenden Wert von mehreren Millionen Euro her.

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