Schifffahrt
Bangladesch steigt groß ins Container-Geschäft ein

Die Container-Schifffahrt ist das entscheidende Rädchen in der Globalisierung – und von dem will Bangladesch verstärkt profitieren. In der Hauptstadt soll nun deswegen ein neuer Container-Terminal hochgezogen werden. Und für den werden ausländische Investoren und Lieferanten gesucht.

NEW DELHI. Nahe der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka soll ein zweiter Schiffscontainer-Terminal gebaut werden. Der bestehende Inlandshafen ist nicht in der Lage, das steigende Umschlagvolumen zu bewältigen. Der Terminal soll vor allem den Transport zwischen dem Seehafen in Chittagong und der Hauptstadt verbessern, denn 70% der Waren stammen entweder aus Dhaka oder sind für die Hauptstadt bestimmt. Die Kosten für das privat finanzierte Projekt werden auf rund 100 Mio. US$ geschätzt. Die bangladeschische Regierung verfolgt parallel ein ähnliches Vorhaben.

Um das wachsende Seefrachtaufkommen auch weiterhin bewältigen zu können, soll Bangladesch einen weiteren inländischen Schiffscontainer-Terminal erhalten. Die Anlage ist nahe der Hauptstadt Dhaka geplant und soll eine Alternative zum bislang wichtigsten Binnenhafen, dem Inlands-Container-Terminal Dhaka (ICD), bieten. Dieser wird ebenso wie der größte Containerhafen im Süden des Landes von der Chittagong Port Authority (CPA) betrieben. Das neue Projekt soll mit Hilfe privater Investoren realisiert und nach Informationen der Deutschen Botschaft in Dhaka im Rahmen eines Build Operate Own (BOO) finanziert werden.

Doch das Vorhaben ist nicht konkurrenzlos, denn auch die staatliche CPA baut derzeit einen Inlands-Container-Terminal in der Nähe der Hauptstadt. Allerdings liegt das Projekt erheblich hinter seinem Zeitplan zurück. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin war Mitte 2007, nun soll der Terminal Ende 2009 eingeweiht werden. Die Kosten für das Projekt beziffert der Hafenbetreiber auf 1,5 Mrd. Taka (Tk.; rund 17 Mio. Euro; 1 Euro = 90,54 Taka).

Der Großteil des bangladeschischen Containerverkehrs muss bislang auf kleinen Binnenfrachtschiffen auf den Wasserwegen zwischen Dhaka und Chittagong abgewickelt werden. Denn die Kapazitäten des Inlands-Terminals ICD, der bislang als einziger auch größere Container-Schiffe abfertigen kann, reichen bei Weitem nicht aus. Im Finanzjahr 2006/07 (1.6. bis 31.5.) wurden hier rund 81.000 Twenty Foot Equivalent Unit (TEU) verladen, ein Plus von 4% gegenüber dem Vorjahr.

Der neue Terminal soll hingegen eine jährliche Kapazität von 210.000 TEU haben, so die Pläne der Beratungsgesellschaft Allseas Shipping. Im Vergleich dazu wurden laut CPA im Hafen von Chittagong zuletzt knapp 1 Mio. TEU umgeschlagen. Dabei stammen 70% des Handelsvolumens entweder aus Dhaka oder sind für die Region bestimmt. Der Zeitverlust durch den Transport der Container zwischen der Hauptstadt und dem wichtigsten Hafen im Süden des Landes entwickelt sich immer mehr zum Nadelöhr für die bangladeschische Exportindustrie. Denn diese expandiert - insbesondere der Textil- und Bekleidungssektor, der seine Ausfuhren bis 2012 auf 25 Mrd. US$ verdoppeln möchte - und kann sich die langen Transportzeiten zwischen den beiden Städten nicht mehr erlauben.

Nach Angaben von Allseas Shipping beläuft sich das Investitionsvolumen für das Vorhaben mit dem Namen "Dhaka Container Terminal" (DCT) auf insgesamt 100 Mio. $. Hierin enthalten sind die Kosten für den Landerwerb, die mit 36 Mio. $ veranschlagt werden. Das für das Terminalgelände identifizierte Grundstück erstreckt sich über eine Fläche von 186.000 qm und ist am Fluss Sitalakhya gelegen. Die Länge des Kais wird rund 600 m betragen und damit die des derzeit größten Container-Terminals des Landes in Chittagong um fast 150 m übersteigen.

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