Schlechte Zahlungsmoral
Pleitewelle bei Unternehmen ebbt ab

Die Pleitewelle bei deutschen Unternehmen ebbt allmählich ab.

HB STUTTGART. Im laufenden Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) mit rund rund 38 000 Firmeninsolvenzen, nach 39 213 im vergangenen Jahr, wie Verbandspräsident Stephan Jender am Mittwoch in Stuttgart berichtete. „Für einen stärkeren Rückgang ist die Konjunktur aber zu schwach“, betonte er. Die Zahl der Verbraucherinsolvenz dürfte dagegen 2005 ein Rekordniveau erreichen.

Laut der Branchenumfrage des Verbandes erwarten die Mitgliedsunternehmen, dass in diesem Jahr die Insolvenzschäden auf unter 40 Milliarden Euro sinken. Die von Pleiten verursachten Jobverluste gehen der Prognose zufolge um etwa 10 Prozent auf 550 000 Stellen zurück.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hingegen steigen. Derzeit seien mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland überschuldet, sagte Verbandssprecherin Marion Kremer. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen werde in diesem Jahr mit bis zu 60 000 Verfahren auf einen Rekordstand steigen. Im Jahr 2004 wurden rund 49 000 Verfahren verzeichnet.

Grund für die steigende Zahl zahlungsunfähiger Verbraucher sei auch die schlechte Situation am Arbeitsmarkt. „Ein konsequentes Bekämpfen der Arbeitslosigkeit ist der erste Schritt, Überschuldung zu reduzieren und das Zahlungsverhalten insgesamt zu verbessern“, sagte Kremer.

Sorge bereitet den 514 Verbandsmitgliedern die Zahlungsmoral bei Jugendlichen. Derzeit hätten 14 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren bereits Schulden von durchschnittlich rund 450 Euro angehäuft, sagte Kremer. Wichtigster Verschuldungsgrund sei das Handy. Der BDIU forderte, den Umgang mit Geld zum festen Bestandteil der Lehrpläne in der Schule zu machen.

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