Mittelstand

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Schokoladenhersteller: Ritter Sport mit Rekordumsatz

Ritter Sport-Schokolade schmeckt vor allem Kunden in Osteuropa und Russland. Ohne diese neuen Märkte würde die Bilanz des Schokoladenherstellers aus Waldenbuch deutlich schlechter aussehen.

Alfred Ritter steht im Lager des Waldenbucher Werks zwischen Schokoladentafeln. Quelle: dpa
Alfred Ritter steht im Lager des Waldenbucher Werks zwischen Schokoladentafeln. Quelle: dpa

WaldenbuchDer Schokoladenhersteller Ritter Sport hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz verzeichnet. Die Erlöse stiegen um 4,5 Prozent auf rund 345 Millionen Euro, wie Firmenchef Alfred Ritter am Donnerstag in Waldenbuch mitteilte. Konkrete Angaben zum Ergebnis machte das Familienunternehmen nicht.

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„Im nach wie vor äußerst schwierigen Wettbewerbsumfeld auf dem deutschen Markt freuen uns diese Gesamtzahlen sehr“, sagte Ritter. Auf dem Heimatmarkt musste der Hersteller aber Einbußen hinnehmen. Der wertmäßige Anteil am deutschen Tafelschokoladenmarkt ging von 19,4 auf 18,2 Prozent zurück.

Ritter Sport Quadratisch, praktisch, 100 Jahre alt

  • Ritter Sport: Quadratisch, praktisch, 100 Jahre alt
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Zu den guten Umsatzzahlen trug maßgeblich das Exportgeschäft bei. Dieses sei um mehr als 10 Prozent gewachsen. In Russland sowie in Osteuropa seien zweistellige Zuwächse erzielt worden. Der Anteil des Auslandsumsatzes stieg laut Mitteilung von 35 auf 40 Prozent. Vor allem in Russland (plus 30 Prozent) und im übrigen Osteuropa (plus 20 Prozent) konnte die Marke zulegen. Auch in Österreich sei sie überproportional zum Markt gewachsen, hieß es.

Das Unternehmen produziert nur in Deutschland und hat insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter. Am Stammsitz in Waldenbuch seien etwa 900 davon beschäftigt, hieß es. Im Jahr 2012 hatte das Unternehmen sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert.

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Traditionell haben die Süßwarenhersteller eine hohe Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen. „Die Kakao- und Milchpreise sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als in den Jahren zuvor“, kommentierte eine Sprecherin des Unternehmens die Zahlen.

Bereits 2011 machten die Preise dem Unternehmen so zu schaffen, dass es gerade so in den schwarzen Zahlen landete. „Ich hätte es mir besser gewünscht“, sagte Alfred Ritter damals. Auch sein Plan, sich vom deutschen Markt unabhängiger zu machen, gewinnt offenbar an Fahrt. Seinerzeit hatte er gesagt: „Ideal wäre für mich, wenn mehr im Ausland laufen würde als in Deutschland.“

  • 24.01.2013, 22:58 Uhrdeutschermichel

    Ich habe erlebt, wie Ritter Sport auf dem russischen Mark angefangen hat. Nur das deutsche Modell hat da nicht geholfen. Ganz alte russische Rezepte wurden da wieder ausgegraben und produktionswirksam gemacht und damit kam dann langsam der Erfolg. Gerade bei Genussmitteln ist der reine Export nicht so einfach - da in anderen Ländern und Kulturen auch andere Verzehrsgewohnheiten vorhanden sind. Ritter Sport hat schnell darauf reagiert und sich so einen großen Markt erschlossen.

  • 24.01.2013, 20:14 UhrMorto

    Wären deutsche Unternehmer nicht so geschäftstüchtig und wären deutsche Produkte nicht so überragend in der Produktqualität, hätten wir auf den Auslandsmärkten keine Chance.

    In diesem Schulden Europa lässt sich derzeit kein Geld mehr verdienen.

    Nur außerhalb Europas verkaufen deutsche Unternehmen noch gut.

    Und nur deshalb hat Deutschland noch genügend Geld, um diesen degenerierten EU Sumpf weiterhin zu finanzieren.

    Mir tun Unternehmer wie Herr Ritter leid, die durch unfähige Polit Tölpel in eine existenzbedrohende Krise gedrängt wurden und bewundere gleichzeitig Unternehmer wie Herrn Ritter (so wie all die anderen deutschen Mittelständler), die durch Fleiß, Disziplin und Engagement, Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und weiterhin halten.

    Deutsche Unternehmer machen Deutschland aus - nicht deutsche Politiker.

    Deutsche Politiker gehen ungeschickt und mit viel Unkenntnis ans Werk und bringen dadurch Zerstörung ins Land. Deutsche Politiker würden in der Wirtschaft nicht überleben, denn hier gilt
    das Recht der Starken und Erfolgreichen. Arbeit auf eigenes Risiko, ohne staatliche Versorgung nach Gutsherrenart.

    Als erfolgreicher Unternehmer würde ich jeden Politiker, der sich medienwirksam mit mir vor eine Kamera stellen wollte, einen Tritt ins Kreuz geben.

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