Scholz AG
Schrotthändler in der ersten Liga der Recycling-Branche

Berndt-Ulrich Scholz ist seit mehr als 40 Jahren Chef der Scholz AG. Mit Firmenkäufen hat der Fußball-Mäzen das Familienunternehmen zu einem der größten Schrottverwerter der Welt gemacht. Eine deutsche Wirtschaftswundergeschichte.

KÖLN. Wenn man Berndt-Ulrich Scholz heute fragt, wie viele Mitarbeiter sein Vater am Anfang hatte, muss er lachen: „Zuerst keinen.“ Carl-Heinz Scholz hatte vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Baden-Württemberg neu angefangen: In Aalen baute er seinen Schrotthandel auf, so wie es sein Großvater 1872 schon einmal in Niederschlesien gemacht hatte, bevor die Familie flüchten musste. Weil es keine Angestellten gab, half Junior Berndt-Ulrich selbstverständlich in der Firma aus.

So begann eine deutsche Wirtschaftswundergeschichte, wie man sie nicht oft findet. Denn aus dem Ein-Mann-Schrotthandel in Aalen ist inzwischen eine Aktiengesellschaft mit mehr als 4 000 Mitarbeitern und 300 Standorten weltweit geworden. In den vergangenen Jahren hat das Schrott-Imperium vom weltweiten Hunger nach Metallen profitiert, vor allem aus China.

Berndt Scholz begann offiziell für seinen Vater zu arbeiten, nachdem er die Volksschule absolviert hatte, als Lehrling. Sein erster Arbeitstag? „Am 15. April 1954“, antwortet Scholz wie aus der Pistole geschossen. Nach der Ausbildung arbeitete er zunächst für andere Betriebe und ging zur Bundeswehr. Doch schon 1964, im Alter von 25, trat Scholz als Gesellschafter in die Firma ein. Ein Jahr zuvor hatte die Firma erneut umziehen müssen - das Gelände in Aalen war einfach zu klein geworden. Ihre neue Heimat wurde das Nachbar-Städtchen Essingen.

Dort begann die Erfolgsgeschichte erst richtig. Und es zeigte sich, dass der heutige Firmenchef Berndt-Ulrich Scholz zu einer Sorte von Kaufleuten gehört, wie es sie nur noch selten gibt: Ein Schrotthändler hat laut Scholz bei der Entsorgung mit Containern ein Einzugsgebiet von circa 60 Kilometern: „Was weiter entfernt liegt, rentiert sich schon nicht mehr.“ Also gebe es lediglich zwei Möglichkeiten: durch Zukäufe wachsen. Oder ein kleiner Betrieb bleiben. Scholz entschied sich für ersteres: „Ohne dieses kalkulierte Risiko können sie keinen Erfolg haben. Wenn sich etwas anbietet, muss man zugreifen.“ Und das tat er in den vergangenen Jahren häufig.

Nach dem Ende des eisernen Vorhangs kaufte er Firmen im Schrott- und Metallsektor in Kroatien, Tschechien, Polen und Serbien. Die Aalener entsorgen heute Stahl- und Metallschrott im großen Stil. Ein Beispiel: Für die Deutsche Bahn zerlegt Scholz ausgemusterte Schienenfahrzeuge, die Ausbauteile werden anschließend wieder an die Bahn zurückgegeben. In den Schredderanlagen in Essingen verarbeitet er Unfallautos, Waschmaschinen und sogar komplette ausgediente Fabriken, lässt sie zerschneiden und schreddern.

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