Schütte-Chef Welcker
Der bescheidene Internationalisierer vom Rhein

Carl Martin Welcker, Geschäftsführer des Kölner Werkzeugmaschinenbauers Schütte, will im Ausland wachsen – Japan ist einer der wichtigsten Märkte für das Unternehmen. Das Unternehmen ist schon seit vier Generationen in Familienhand.

KÖLN. Wenn Carl Martin Welcker auf seine Leistung als Chef des Kölner Werkzeugmaschinenbauers Alfred H. Schütte angesprochen wird, reagiert er bescheiden: „Ich bin nur ein Zahnrad von vielen, das zum Erfolg des Unternehmens beiträgt“, sagt der 47-jährige Geschäftsführer. Im Schütte-Werk am Kölner Rheinufer produzieren rund 600 Mitarbeiter Mehrspindel-Drehautomaten und Schleifmaschinen, die nicht nur in Deutschland gefragt sind, sondern auf der ganzen Welt.

Das Unternehmen ist seit vier Generationen in Familienhand: Welckers Urgroßvater, Geheimrat Alfred Heinrich Schütte, gründete im Jahr 1880 die Firma – und noch heute hängt sein Ölbild im Firmengebäude. Nach seinem Großvater und seinem Vater trat auch Carl Martin Welcker 1991 die Nachfolge als Geschäftsführer an.

Dabei hatte er seine Laufbahn eigentlich anders geplant: „Nach dem Abitur wollte ich Geschichte und Psychologie studieren oder Reserveoffizier bei der Bundeswehr werden“, sagt Welcker. Als er dort aber wegen gesundheitlichen Bedenken aussortiert wurde, entstand der Wunsch, einen praktischen Beruf zu erlernen. „Mein Vater brachte mich auf die Idee, eine Schlosserlehre bei Ford zu machen“, erinnert sich der Unternehmer. „Erst durch die Automobilbranche kam ich dann langsam in Verbindung mit dem Werkzeugmaschinenbau.“

Nach der Ausbildung ging Welcker zur Uni: Das Studium der Volkswirtschaftslehre schloss er 1989 ab und arbeitete anschließend für eine Unternehmensberatung und einen amerikanischen Messer- und Sägenhersteller, bevor er mit 31 Jahren ins Familienunternehmen einstieg. Zunächst führte er zusammen mit seinem Vater ein Jahr lang die Geschäfte, dann entschied sich der für den Ruhestand. „Wir sind beide große Dickköpfe. Ich habe von Anfang an gesagt, wenn ich komme, muss er gehen“, sagt Welcker heute mit einem Lächeln.

Obwohl er seit seinem Antritt als Chef der Schütte-Gruppe maßgeblich zur Firmenentwicklung beigetragen hat, möchte er nicht im Vordergrund stehen: „Ohne den Einsatz unserer Mitarbeiter wären wir heute längst nicht da, wo wir sind. Unser Erfolg hängt von allen Beteiligten ab, nicht nur von der Führungskraft.“ Der Erfolg kann sich sehen lassen: Schütte gehört nicht nur zu den innovativen Werkzeugmaschinenbauern, sondern macht auch auf dem Heimatmarkt der starken japanischen Konkurrenz gute Geschäfte. „Asien war für uns immer ein wichtiger Markt. In Japan sind wir Marktführer in unserem Segment, was für einen deutschen Werkzeugmaschinenbauer ungewöhnlich ist“, sagt Welcker.

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