
BerlinDie deutschen Mittelständler zögern wegen der Schuldenkrise Investitionen weiter hinaus. „Es gibt die Bereitschaft zu deutlich mehr Investitionen“, sagte der Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Mittwoch in Berlin.
Der Schlüssel liege dementsprechend bei der Politik. „Wenn es gelingt, das Vertrauen in die Stabilität des Euro insgesamt weiter zu festigen, wird sich die Konjunktur wieder beleben“, ergänzte der frühere bayerische Finanzminister.
Aktuell sind die mittelständischen Unternehmen mit Jahresumsätzen von bis zu 50 Millionen Euro von der Krise verunsichert, wie es in einer Studie der Sparkassen hieß. Die Firmen verhielten sich daher abwartend. „Der Mittelstand hält Liquidität und wartet auf die nächste Aufschwungphase.“ Für 2013 sei ein Wachstum von gut einem Prozent drin – also mehr als 2012.
Wenn sie Geld in die Hand nehmen wollen, dann planen die Unternehmen häufiger Ersatzinvestitionen und weniger Investitionen zur Expansion, geht aus der Studie hervor. Knapp die Hälfte der Firmen gab Ersatzinvestitionen als Finanzierungsziel an, die Erweiterung des Unternehmens nannte nur knapp ein Viertel (Vorjahr: 35 Prozent). Rund 27 Prozent wollen zur Rationalisierung investieren (Vorjahr: 20,3 Prozent).
Insgesamt befänden sich die Firmen in einer robusten Lage: „Mit 19,8 Prozent erreichen die mittelständischen Unternehmen derzeit im Mittel eine Rekord-Eigenkapitalquote“, ergänzte Fahrenschon. Die Mitarbeiterzahl werde dieses Jahr vermutlich weder reduziert noch aufgestockt.
Das von der Förderbank KfW ermittelte Kreditneugeschäft der Geschäftsbanken mit Unternehmen und Selbstständigen wird in den Wintermonaten 2012/13 gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um etwa zwei Prozent schrumpfen. Auch im ersten Halbjahr 2013 bleibe das Wachstum des Neugeschäfts rückläufig, heißt es im KfW-Kreditmarktausblick.
Als Hauptgrund für die Entwicklung gilt laut KfW die Rezession in der Euro-Zone, die nun auch in Deutschland ankomme. Die Banken könnten jedoch mehr Kredite anbieten – auch wegen der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Unternehmen, die derzeit Zugang zu Krediten suchen, haben gute Chancen, eine Finanzierung zu erhalten. Dafür sorge die Konzentration der deutschen Banken auf den Heimatmarkt und die Zurückhaltung der Banken beim Auslandsgeschäft, so die KfW.
Zusammen mit den Landesbanken haben die Sparkassen nach Eingaben 42 Prozent Marktanteil bei Unternehmensfinanzierungen in Deutschland. Allein bis Ende November 2012 seien 62,8 Milliarden Euro an Darlehen an Firmenkunden ausgegeben worden – ein Plus von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Banken haben in den vergangenen Monaten im Firmenkreditgeschäft gut verdient, allerdings dürfte der Höhepunkt jetzt erreicht sein. In den 18 Monaten bis September 2012 sind die Margen laut Barkow Consulting um 0,42 Prozentpunkt auf 1,95 Prozent gestiegen.

Laut der „Siegener Thesen“ von Steinbrück: soll der Mittelstand von krisenanfälligen Banken in Sachen Finanzierung und Kreditvergabe mehr Abstand gewinnen. Basel III und ein Trennbankensystem soll in Zukunft die mittelständischen Unternehmen vor Spekulationen der Investmentbanken schützen. Dabei halten der Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Äußerungen von Steinbrück für nicht glaubwürdig. Was Hilft dann? Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/strategie-personal/deutsche-wirtschaft-geteilter-meinung-ueber-steinbruecks-mittelstand-thesen/
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