Schutz für Importeure gefordert
EU-Politik belastet den Mittelstand

Der Zickzackkurs der EU-Kommission beim Thema „Quotenbeschränkung“ für Bekleidungsimporte aus China setzt dem mittelständischen Textileinzelhandel stark zu. Nach zehnjähriger Vorlaufzeit war die Quotenbeschränkung zu Silvester des vergangenen Jahres abgeschafft worden.

rv DÜSSELDORF. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, stellt Daniel Terberger, Vorstandssprecher der Bielefelder Katag AG, einem Einkaufsverbund für den Textilfachhandel, fest. Die Familien-AG hatte – wie der übrige Textileinzelhandel auch – auf den Wegfall der Quoten vertraut und die neuen Möglichkeiten genutzt, um in China in größeren Mengen günstig einzukaufen.

Das Gros dieser bestellten Ware sollte im Herbst nach Deutschland geliefert werden, doch inzwischen hat die EU-Kommission ihre Meinung geändert und die Zuflüsse rückwirkend gestoppt. Wie der Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE) und der Verband der Bekleidungshersteller German Fashion unisono kritisieren, wurden die Quotenbeschränkungen für bestimmte Produktgruppen wie Pullover durch die Hintertür wieder eingeführt.

Das stellt die deutschen Händler vor ein riesiges Problem, denn die Waren sind vielfach bereits per Schiff nach Europa unterwegs, in Versandkatalogen schon abgebildet und werden vielfach zur Komplettierung von Bekleidungsensembles benötigt. Katag-Chef Terberger fügt hinzu, dass vielfach auch die Verkaufspreise schon lange festgelegt seien. Wenn für die Ware nun Zölle fällig würden und diese nicht auf die Verkaufspreise aufgeschlagen werden könnten, drohten Einbußen bei der Spanne.

Sollten die Warenlieferungen, wie BTE und German Fashion befürchten, ganz ausblieben, dann müsse weltweit Ersatz beschafft werden. Dass die Preise dann steigen, liegt auf der Hand. Zudem, so mahnen die Verbände, könnten die chinesischen Lieferanten auf der Bezahlung der Ware bestehen, obwohl die Händler sie nicht einführen dürften. Deshalb fordern die Verbände von der Bundesregierung unter anderem Schutz für die Importeure, die bis 11. Juni Verträge mit chinesischen Lieferanten abgeschlossen haben.

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