Schwan-Stabilo erweitert die Produktpalette
Der erste Zukauf seit 151 Jahren

Das Beispiel Schwan-Stabilo zeigt: Fusionen und Übernahmen sind bei Familienunternehmen die Ausnahme. Sie rüsten sich zwar für den härteren Wettbewerb, allerdings folgt externes Wachstum bei ihnen meist einem anderen Takt. Sie diversifizieren bewusst ihr Portfolio – ansonsten herrscht Vorsicht.

MÜNCHEN. Es war 1865, als ein Familienmitglied der Schwanhäußers das letzte Mal Geld für ein fremdes Unternehmen ausgegeben hat. Damals kaufte Gustav Adam Schwanhäußer die Nürnberger Bleistiftfabrik Großberger & Kurz. Der Kaufmann legte damit den Grundstein für Schwan-Stabilo, heute einer der weltweit bekanntesten Hersteller von Stiften.

Genau 151 Jahre hat es gedauert, ehe wieder ein Schwanhäußer die Geldbörse für eine Akquisition öffnet. Vergangenen Herbst übernahm Sebastian Schwanhäußer als Mitglied der Chefetage der Schwanhäußer Industrie Holding den Augsburger Rucksackhersteller Deuter.

Die Expansion der fränkischen Traditionsfirma zeigt: Nicht nur große Konzerne gehen auf Einkaufstour. Auch kleinere Familienunternehmen rüsten sich für den härteren Wettbewerb. Allerdings folgen Übernahmen und Fusionen bei ihnen meist einem anderen Takt. Viele Firmen diversifizieren bewusst ihr Portfolio – bei Schwanhäußer kommen zu Stiften nun Rucksäcke. Zudem gehen sie das Thema Übernahmen eher vorsichtig an.

Beides hat aus Expertensicht ein Ziel: „Familienunternehmen müssen die Risiken für ihr Vermögen und damit für den Fortbestand der Firmen minimieren“, sagt Jürgen Brink, Partner der Beratungsgesellschaft Intes Brink Boos und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions.

Das gilt auch für Schwanhäußer. Für die 40 Gesellschafter war die Übernahme kein einfacher Schritt. Mit dem Outdoor-Geschäft hatten sie noch nie etwas zu tun. „Drei Mal musste ich die Familie zusammenholen, um das Vorhaben zu erklären“, erinnert sich Sebastian Schwanhäußer. Erst dann waren alle einverstanden, ein neues Kapitel in der Unternehmenshistorie aufzuschlagen.

Die Übernahme von Deuter ist aber kein Zufall, sondern das Resultat tief gehender Analysen. Die ergaben, dass Schwanhäußer im angestammten Geschäft zwar gut dasteht. „Doch auf dem Markt für Schreibgeräte und Kosmetikstifte ist kaum großes Wachstum zu erwarten“, sagt der 43-Jährige. Also musste ein ganz anderer Bereich her – so stieß man aufs boomende Outdoor-Geschäft.

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