Schwankende Rohstoffpreise
Preisklauseln schützen vor steigenden Kosten

Stark steigende Material- und Produktionskosten sind ein schwer kalkulierbares Risiko für Industrieunternehmen. Mit Preisklauseln können sich findige Unternehmer gegen Kostenschwankungen und Inflation schützen. Aber auch ihren Kunden kommt ein variabler Preis zu Gute.

KÖLN HB. Hohe Rohstoffpreise machen Ulrich Päßler keine Sorgen mehr. Der Vorstand der Buderus Gussrohrgruppe in Wetzlar gibt steigende Preise nämlich einfach an seine Kunden weiter: "Unsere Produkte sind extrem materialintensiv", erklärt Päßler die im Juli 2008 eingeführte Preisgleitklausel. "Wir müssen uns gegen das Rohstoffrisiko schützen."

Päßlers Unternehmen stellt Rohre aus Gusseisen her. 40 Prozent der Produktionskosten entfallen auf den Rohstoff Schrott. Steigt der Schrottpreis über den von der europäischen Gießerei veröffentlichten Schrottpreisindex, berechnen die Wetzlarer einen gewichtsabhängigen Zuschlag auf jedes Rohr. "Der Gleitpreis erhöht aber nicht unsere Gewinnmarge", betont Päßler. "Wir geben nur reale Kosten eins zu eins weiter."

Solche Preisgleitklauseln sind ein gängiges Mittel, um sich gegen hohe Kostenschwankungen zu schützen. Wie bei Buderus wird der Endpreis eines Produkts dabei in einen festen und einen variablen Anteil zerlegt. Während der Festpreis in der Regel zu Beginn des Vertrags ausgehandelt wird und wenig schwankende Kosten für Löhne, Energie und Transport abdeckt, spiegelt der variable Teil die stark schwankenden Materialkosten wider.

"Preisgleitklauseln werden insbesondere von Unternehmen genutzt, bei denen die Material- und Produktionskosten einen hohen Anteil am endgültigen Produktpreis haben", sagt Harald Schedl, Partner beim Beratungshaus Simon-Kucher & Partners in Bonn. Als Branchen-Beispiel nennt der Preisstrategie-Experte die Verpackungsindustrie: Hier seien Preisgleitklauseln weit verbreitet und oft sogar von Kunden selbst gefordert. Denn nicht nur der Produzent schützt sich mit einem Gleitpreis vor steigenden Materialkosten. Sinkt etwa der Preis für Plastik, zahlt auch der Kunde weniger. Durch die Klausel wird die Kostenentwicklung sozusagen erfolgsneutral weitergegeben.

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