Schweiz-Vorteile frühestens nach einer Generation spürbar
Weg aus der Krise führt oft in die Schweiz

"Es gibt keine Überlebensberechtigung für mittelständische Unternehmen per se", sagt Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender des gleichnamigen Hanauer Edelmetallverarbeiters, beim "14. Malenter Symposium" in Lübeck. In der Hansestadt diskutierten Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Wege aus der Krise des Mittelstands.

HB LÜBECK. Wenn die Unternehmer nicht schnell auf die äußeren Veränderungen reagierten und die hausgemachten Probleme lösten, sei der Mittelstand die längste Zeit der Motor der deutschen Wirtschaft gewesen, so Heraeus auf der Veranstaltung der Dräger-Stiftung.

Viele Unternehmen seien nach dem Krieg mit einer sehr begrenzten Produktpalette groß und erfolgreich geworden. Doch heute seien die Märkte gesättigt, die Margen gering und das Label "Made in Germany" habe keinen Bonus mehr. Die Unternehmen benötigten neue Ideen. "Zu wenige lassen Versuch und Irrtum zu", bemängelt Heraeus. Die Erträge aus einer erfolgreichen Innovation würden die Kosten der Fehler mehr als ausgleichen.

Nachfolgeregelungen scheitert immer wieder

Als weiteres hausgemachtes Problem gelten ungeklärte Nachfolgeregelungen. "Dabei ist dies die einzige Unternehmenskrise, die vorhersehbar und damit planbar ist", sagt Peter May, Leiter der Intes GmbH in Bonn, einem Beratungsinstitut für Familienunternehmen. May weiß wovon er spricht: Zusammen mit seinen Brüdern führte er sechs Jahre lang die elterliche May-Gruppe, bevor er Berater wurde. Bis zu 30 % aller Nachfolgeregelungen scheitern und damit stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Oft ist ein unwilliger oder unfähiger Nachfolger der Grund.

"Keiner würde erwarten, dass der Sohn von Boris Becker ein guter Tennisspieler wird. Aber vom Unternehmer-Kind fordert man das", so May. Aber auch Konflikte im Gesellschafterkreis, beispielsweise weil sich Geschwister uneinig über die richtige Firmenstrategie sind, behindern häufig die Weiterentwicklung des Unternehmens. Bekannte Beispiele lieferten jüngst die Zwistigkeiten innerhalb der Familie Hertz bei Tchibo oder der lange Streit der Bahlsen-Brüder.

Seite 1:

Weg aus der Krise führt oft in die Schweiz

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%