Schweizer Start-up On Running
„Wir wollen keine Kunden mit Unterhosen gewinnen“

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Gemeinsam wachsen mit dem Handel

Ich bitte darum!
David: Wir zählen mittlerweile rund 2,5 Millionen glückliche On-Läufer. Für uns ist jeder Läufer, der zu unserer Community stößt, ein Ansporn. Was von dort zurück kommt, gibt uns sehr viel positive Energie.

Zu den 2,5 Millionen, was ist das für eine Zahl, Schuhe, Follower?
David: Das ist nicht die Anzahl verkaufter Schuhe, sondern eine Mischrechnung aus Zahlen, die wir aus dem Handel haben und aus unseren digitalen Kanälen. Also eine Näherungsschätzung, wie viele User wir wirklich haben.

Es heißt man hat es als Marke geschafft, sobald etwa fünf Prozent der Läufer einer Laufsportveranstaltung die entsprechenden Schuhe tragen. In der Schweiz ist Ihnen das schon gelungen, wie sieht es in Deutschland aus?
David: Wir haben keine aktuellen Schuh-Counts, aber wir dürften inzwischen etwa dort sein. Wir zählen auch selbst, wenn wir an Marathons stehen (lacht). Wir sind mittlerweile richtig gut im Schuh-Spotting.

Andere Herstellern ködern Sportler oft mit günstigen Accessoires wie Socken oder Unterhosen. Bei Ihnen muss man schon relativ viel investieren. Was kostet der günstigste Schuh?
David: Unsere Spannbreite beträgt 129 bis 189 Euro, aber das ist immer so im Premiumbereich. Wir verstehen uns als Technologie- und Innovationsmarke und das Laufgefühl, aus dem letztlich auch die Begeisterung für On herkommt, hat eben auch seinen Preis in der Herstellung. Dort werden wir bleiben. Wir wollen keine Kunden mit Unterhosen gewinnen.

Sie haben ja nun vor, noch weiter zu wachsen. Wie bewältigen Sie dabei den Spagat, dass Sie einerseits stark auf die digitale Marke setzen, also auch direkt mit einem eigenen Webshop Konsumenten ansprechen, andererseits aber auch abhängig sind vom Handel?
David: Der überwiegende Teil unseres Wachstums läuft über den Handel, das ist für uns sehr zentral. Wir arbeiten mit über 3.000 Premium-Händlern in 50 Ländern zusammen und es kommen laufend neue dazu. Denn viele der bestehenden Händler machen mittlerweile über 10 Prozent ihres Umsatzes mit On und sind das beste Beispiel, dass der Handel damit erfolgreich ist. Deswegen suchen uns die besten Händler in jedem Land, die etwas von Lauftechnologie verstehen und ihrem Kunden nicht einfach aus Gewohnheit die 16. Reinkarnation ihres alten Laufschuhs verkaufen.

Gleichzeitig investieren Sie ins Re-Targeting in den eigenen Web-Shop, sorgen also über gezielte Werbung dafür, dass die Kunden beim Surfen im Netz zuerst auf Ihrer Seite landen...
David: Wir investieren selbstverständlich auch ins digitale Marketing. Aber der größte Teil des Traffics, der darüber generiert wird, geht von unserer Seite weg zum Händler. Am häufigsten wird der Dealer Locator aufgerufen, über den Kunden direkt bei einem im Laden ein Beratungsgespräch buchen können.

Dann wird der Umsatz aber später doch nicht bei Ihnen gemacht, oder?
David: Uns geht es am Schluss darum, den Händler erfolgreich zu machen und Kunden, die einen Schuh zuerst physisch im Laden ausprobieren wollen, den besten Service zu bieten. Die direkten Verkäufe an die Konsumenten machen bei uns nur einen kleinen Prozentsatz aus und dienen eigentlich nur als Feedback-Kanal, um zu sehen, wie effizient unsere digitalen Investments sind.

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