Schweizer Start-up On Running
„Wir wollen keine Kunden mit Unterhosen gewinnen“

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On-Bekleidung: Schwarze Zahlen im ersten Jahr

Sie haben sich inzwischen zumindest beim Laufen die Technologieführerschaft erarbeitet. Spannend wird es jetzt, das auch in den Bereich Apparel zu transferieren. Kann das funktionieren?
David: Das ist bei Apparel nochmal viel schwieriger, dort wird es aber hauptsächlich aus den Materialien und dem Tragegefühl kommen. Auch da war der Cloud für uns Inspiration und der Hintergedanke, etwas Schlichtes und Leichtes zu kreieren, das sich den ganzen Tag über tragen lässt.
Olivier: Wir werden in der Zukunft auch eigene Stoffe entwickeln, so wie wir das bei den Schuhen auch gemacht haben. Da haben wir noch großes Potential. Wir stehen erst am Anfang, aber wir sind sehr überrascht, wie positiv schon jetzt das Feedback vom Markt ist und wie schnell die Bekleidung akzeptiert wurde.

Haben Sie daran gezweifelt?
Olivier: Wir haben ganz ehrlich ein bisschen gezittert und befürchtet, dass wir zu viele Stücke produziert haben. Aber dass wir schon im ersten Jahr mit Apparel schwarze Zahlen schreiben, das hätte ich mir nie erträumen lassen.

Ist es für eine Marke nicht extrem schwierig, gleichzeitig als Bekleidungsexperte und als Laufschuhspezialist wahrgenommen zu werden? Wie soll der Transfer in den Bereich Apparel gelingen?
Olivier: Wir sehen bei technischer Laufbekleidung schon das Potential, damit nicht nur eine Nische zu füllen, sondern auch neue Kunden zu gewinnen. Und zwar nicht nur diejenigen, die schon On-Schuhe tragen, sondern hoffentlich dann auch umgekehrt.
David: Aber auf Apparel haben wir nicht unsere Wachstumsstrategie gebaut. Man muss ganz ehrlich sagen, dass wir die Bekleidung auch ein bisschen für uns selbst gemacht haben. Es macht uns nämlich nicht so viel Spaß, fünf oder sechs verschiedene Teile beim Sport zu tragen, die alle von unterschiedlichen Marken sind. Apparel dürfen gerade auch nur 200 ausgewählte Händler wie Breuninger oder Sport Schuster in München verkaufen.

Aber würden Sie als Otto-Normal-Sportler in ein Edelkaufhaus wie Breuninger gehen, um sich Laufklamotten zu kaufen?
David: Wir sind ja gerade erst damit gestartet und wollen unsere Lieblingsteile, wie wir sie nennen, Schritt für Schritt bei den besten Händlern, die auch über eine entsprechende Kompetenz bei Bekleidung verfügen, einführen. Für uns kann es nicht funktionieren, wenn die Teile am Ende in einem Laufschuhladen in einer einsamen Ecke an der Stange hängen.

Herr Bernhard, Herr Alleman, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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