Sechs Fragen an: Jurij Luschkow
"Die Behörden sollten schneller entscheiden"

Der Bürgermeister von Moskau gilt als Strippenzieher in der russischen Wirtschaft und Politik und gehört zu den Gründern der Kreml-Partei "Einiges Russland". Im Handelsblatt nimmt der 71-Jährige Stellung zur Wettbewerbsfähigkeit Moskaus und den Kampf gegen die Korruption.

Handelsblatt: Herr Luschkow, Russlands Regionen werden immer interessanter für Investoren. Kann Moskau den Konkurrenzkampf bestehen?

Jurij Luschkow: Russlands Hauptstadt hat keine Konkurrenten, sondern ist bei den Investitionen die Lokomotive für die anderen Regionen. Viele Investoren sind zuerst nach Moskau gekommen, haben hier Erfahrungen für eine erfolgreiche Arbeit in Russland bekommen, und erweitern jetzt ihre Geschäfte auf die Regionen. Wo ist hier ein Konkurrenzkampf? Wir beobachten hier ein starkes Wachstum von Investitionen – vor allem in innovativen Branchen wie Elektronik, Gerätebau oder Werkzeugmaschinenbau.

Was muss in Moskau noch getan werden, um das Investitionsklima zu verbessern?

Die politische Stabilität im Lande gibt uns die Möglichkeit, nach den Wahlen sicher in die Zukunft zu schauen, und den Investoren klare Orientierungspunkte zu geben. Die Stadtregierung hat einen Generalplan bis 2025 vorbereitet. Es gibt jedoch einige Punkte, an denen wir noch gründlich arbeiten müssen. So sollten wir die wirtschaftlichen Begründungen unserer Projekte für Investoren deutlicher machen. Die Behörden sollten Entscheidungen schneller treffen. Wir müssen zudem lernen, steuerliche Anreize zu nutzen und mit den Investoren die gleiche Sprache in Finanzfragen zu sprechen.

Wie wollen Sie verhindern, dass die Stadt im Verkehrschaos erstickt, was der Wirtschaft einen hohen Schaden zufügt?

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der PKW in Moskau verfünffacht und wächst weiter. Auch das Leben in der Hauptstadt ist aktiver, die Menschen werden mobiler. Als Folge entstehen Verkehrsstaus, besonders im Stadtzentrum. Dieses Problem lässt sich nicht einfach zu aller Zufriedenheit lösen. Moskau baut neue Straßen, gründet die so genannten „Abfangparkplätze“ für Pendler und entwickelt das System der öffentlichen Verkehrsmittel weiter.

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