Sicherheit
Krise kann Mittelständler nicht schocken

In wirtschaftlich schlechten Zeiten steigt das Sicherheitsbedürfnis. Hersteller von Sicherheitstechnik profitieren davon. Das Geschäft mit Tresoren boomt. Und auch die Schlüsseldienste erwarten keinen dramatischen Umsatzeinbruch.

BREMEN. Tresore sind bei Ralf Margout derzeit der Renner. Bei dem Geschäftsführer der Zielke Sicherheits-Zentrale, einem familiengeführten Sicherheitsfachgeschäft mit zehn Mitarbeitern in Lippstadt, fragen besonders Privatkunden seit Jahresbeginn immer öfter nach Geldschränken. "Die Hersteller kommen mit den Lieferungen kaum noch hinterher", berichtet Margout. "Diese Entwicklung hängt mit der Krise zusammen, in wirtschaftlich schlechten Zeiten steigt das Sicherheitsbedürfnis." Verunsicherte Bürger haben das Vertrauen in die Banken verloren, holen ihre Wertgegenstände nach Hause und verschließen sie dort in Tresoren. "Ich rechne deshalb mit einer Renaissance der Haussicherung", sagt Margout.

Neben den großen Herstellern von Sicherheitstechnik sind es vor allem die vielen kleinen und mittelgroßen Schlüsseldienste, Errichterfirmen und Planungsbüros, die die Branche prägen - wie die Zielke Sicherheits-Zentrale. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind nach wie vor gut gefüllt. "Die Wirtschaftslage hat bislang noch keine Auswirkungen auf unsere Branche gehabt", sagt Hartmut Wöckener, Geschäftsführer des Fachverbands europäischer Sicherheits- und Schlüsselfachgeschäfte Interkey, der rund 3000 Unternehmen in Deutschland vertritt. "Die künftige Entwicklung lässt sich jedoch noch nicht absehen", sagt Wöckener.

Die Branche wird um rund sechs bis neun Monate zeitversetzt unter der Krise leiden, sich aber bereits im kommenden Jahr wieder erholen, schätzt Urban Brauer, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE). "2008 hatten wir einen Umsatzzuwachs von 3,5 Prozent, der in diesem Jahr jedoch nicht erreicht wird", sagt Brauer. "Ich gehe aber davon aus, dass bereits im Jahr 2010 das Wachstum wieder zwischen zwei und drei Prozent liegen wird."

Stärkster Wachstumstreiber der Branche sind die mechatronischen Schließsysteme, die Elektronik und Mechanik miteinander verbinden. "Die Kunden beginnen, die enormen Kostenvorteile von Mechatronik zu erkennen", berichtet Zielke-Geschäftsführer Margout. "Müssen bei einem verloren gegangenen Schlüssel alle Schlösser kostenaufwendig ausgetauscht werden, reicht beim mechatronischen Schließsystem die Umprogrammierung des Schlüssel-Chips."

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