Sicherheit
Technik-Finessen für knauserige Kunden

Sicherheitstechnik-Hersteller reagieren mit Innovationen auf das Spardiktat in Unternehmen. Denn wer jetzt nicht mit spannenden Neuerungen punkten kann, wird bald auf seinen Standardprodukten sitzen bleiben.

KÖLN. Eckhart Leptien kann per Knopfdruck sogar Türen öffnen, die tausende Kilometer entfernt sind. Alles was er dazu braucht, ist ein Internetzugang: Mit der Software Cestronics lassen sich batteriebetriebene und funkgesteuerte Schließzylinder aus der Ferne wie von Geisterhand öffnen und schließen. Das neueste Vorzeigeprodukt der CES-Gruppe in Velbert, einem Traditionshersteller von Zylinderschlössern, soll die elektronische Zutrittskontrolle noch vielseitiger machen. CES-Chef Leptien sieht in solchen Innovationen beileibe keine Spielerei. Denn die Wirtschaftskrise zieht an der Sicherheitstechnik-Branche nicht spurlos vorbei. "Unser Standardgeschäft ist rückläufig, vor allem aufgrund des Nachfrageeinbruchs in den USA", sagt Leptien. "Darum wollen wir uns als Innovationsführer präsentieren."

Ähnlich wie die CES-Gruppe reagieren viele Hersteller mit Erfindergeist auf die Krise. Ihre Devise lautet: Wer jetzt nicht mit spannenden Neuerungen punkten kann, wird bald auf seinen Standardprodukten sitzen bleiben. Denn gewöhnliche Schließzylinder gibt es längst auch von Billiganbietern aus Fernost. Deutsche Produkte müssen ihren Preis durch technische Finesse rechtfertigen.

Deshalb protzte die Branche auf der Leitmesse Security mit technischen Innovationen: Zum Beispiel mit Videosystemen, die in bewegten Bildern automatisch Objekte erkennen können, oder Kameras, die Brandnester erspähen und Löschkanonen von selbst darauf ausrichten.

Neue Einfälle allenthalben, nur wollen derzeit nur wenige Kunden dafür zahlen. Vor allem unter den Geschäftskunden wächst die Zurückhaltung. "Es wird da gespart, wo fehlende Ausgaben nicht unmittelbar spürbar sind", sagt Angelika Staimer, Vorsitzende des Fachverbandes Sicherheitssysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI). "Zwar sind viele Sicherheits-Investitionen in Unternehmen gesetzliche Pflicht, aber sie werden nun auf möglichst niedrigem Niveau realisiert."

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