Sicherheitsanlagen
Alarm mit Fernüberwachung ist Unternehmen zu teuer

Per Internet prüfen, ob im Büro oder in der Fabrik alles in Ordnung ist: Mit modernen Alarmanlagen können Sicherheitsdienstleister ein Gebäude auch aus der Ferne überwachen. Doch viele Firmen scheuen bislang die Kosten für diese aufwändige Sicherheitstechnik. Dabei haben die fernüberwachten Alarmanlagen viele Vorteile.

BERLIN. „Unternehmen investieren unglaubliche Summen in ihre Datensicherung mit Firewalls und Antiviren-Software. Aber kaum jemand denkt darüber nach, dass die Daten ausgedruckt auf dem Schreibtisch in einem schlecht gesicherten Gebäude herumliegen“, sagt Dirk Abdinghoff, Leiter der Abteilung elektronische Sicherheitstechnik beim Anbieter Weckbacher.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bevorzugen günstige Alarmanlagen mit herkömmlicher Technik, die sich nur vor Ort bedienen lässt. „Die Möglichkeiten der Fernüberwachung werden in Deutschland bisher nur sehr zögerlich angenommen. Viele Kunden fragen sich, wozu sie einen Fernservice brauchen, wenn ihre Anlage den bisherigen Ansprüchen genügt“, sagt Jürgen Grasmehr, Vorsitzender des Fachkreises Einbruch- und Überfallmeldesysteme des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Dabei haben fernüberwachte Alarmanlagen viele Vorteile. Wird ein Alarm ausgelöst, kann die Leitstelle per Internet prüfen, ob wirklich jemand in das Gebäude eingedrungen ist oder ob es sich lediglich um einen Fehlalarm handelt. Fernbedienbare Alarmanlagen ermöglichen zudem eine Fehlerdiagnostik durch die Leitstelle. Ist zum Beispiel ein Melder defekt, kann ein Techniker den Schaden oft beheben, ohne auszurücken. Teure Anfahrtsgebühren können Unternehmer auch bei der Wartung sparen: Denn die gesetzlichen Vorschriften fordern nur einmal pro Jahr eine Überprüfung von Anlagen vor Ort.

Auch die Scharf- und Unscharfschaltung einer Alarmanlage ist über eine Leitstelle aus der Ferne möglich. Allerdings muss gewährleistet sein, dass sich niemand mehr im Gebäude befindet und sämtliche Fenster und Türen geschlossenen sind, wenn die Anlage aktiviert wird. „Mit einem Fernservice kann man zudem in ein Gebäude hineinschauen und horchen. Dafür werden Videokameras sowie Mikrofone und Lautsprecher installiert, die das Unternehmen optisch und akustisch überwachen“, erklärt ZVEI-Experte Grasmehr.

Einen bundesweiten Leitstellenverband, das so genannte Kötter Net, bietet Kötter Services aus Essen seinen Kunden an. Unternehmen können den Dienstleister beauftragen, die Gebäude per Gefahrenmeldeanlage zentral zu überwachen. Dabei wird das Unternehmen per Internet-Verbindung an die Leitstelle angebunden. Das Kötter-Personal kann dann zum Beispiel per Bildübertragungen erkunden, was in den Gebäuden geschieht – und ob akute Gefahr droht und ein Wachmann alarmiert werden muss. „Mit dieser Technik können wir höchste Sicherheitsstandards garantieren, weil es sich um ein in sich geschlossenes System handelt“, erklärt Carsten Gronwald von Kötter Services.

Genauso wie die Leitstelle kann sich auch der Kunde per Internet in das Alarm-System einloggen und selbst einen Blick auf den Zustand seiner Alarmanlage werfen. Künftig soll es auch möglich sein, die Gefahrenmeldeanlage online zu steuern, sagt Gronwald.

Der Einbau moderner Alarmsysteme ist oft einfacher als viele Kunden denken. So setzt Kötter zum Beispiel bei der Installation nur ein einziges Kabel ein, das die verschiedenen Alarmmelder miteinander verbindet – Öffnungsmelder oder Infrarot-Bewegungsmelder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%