Sicherheitstechnik
Einlass nur mit Fernbedienung

Nach Schlüssellöchern sucht man in der Münchener Allianz-Arena vergebens. In der hochmodernen Fußballarena funktioniert das Öffnen von Türen über Funk-Schlüsselkarten. Auch in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden kommt das System immer häufiger zum Einsatz. Die Vorteile liegen auf der Hand.

KÖLN. Die Münchner Allianz-Arena ist eines der modernsten Stadien Deutschlands. Das gilt auch für die Sicherheitstechnik: Herkömmliche Schlüssel gibt es in der Arena nicht. Stattdessen sind alle 3 000 Bediensteten, die sich um Technik, Service und Sicherheit kümmern, mit modernen Funkschlüsseln ausgerüstet, so genannten Transponderkarten. Wer seine Karte in der Tasche trägt, kann mühelos Türen und Drehkreuzen passieren – allerdings nur in den Bereichen des Stadions, für die auf seiner Karte eine Berechtigung gespeichert ist. „Mit diesem System lassen sich die Zutritte exakt steuern und kontrollieren“, sagt Stefan Leibhard, Geschäftsführer des Dienstleisters BTD Telekommunikation in München, der sich um die technischen Anlagen des Stadions kümmert. Das Transponderkarten-System ist nicht nur einfacher zu bedienen als eine herkömmliche Schließanlage, sondern auch flexibler und weniger störanfällig.

Nicht nur in Fußballstadien ist die Zutrittskontrolle mit Funk-Schlüsselkarten auf dem Vormarsch. Auch in vielen Bürogebäuden und Fabrikanlagen hat die neue Technik Schlüssel aus Metall und Karten der ersten Generation ersetzt, die man noch durch ein Lesegerät ziehen musste. Der Vorteil: Transponderkarten funktionieren berührungslos – man braucht sie nicht einmal aus der Tasche oder der Geldbörse zu nehmen, um eine Tür zu öffnen. Entsprechend gering ist der Verschleiß.

„Der Trend wird sich massiv fortsetzen“, sagt Heinz Klein, Geschäftsführer der Sitec Sicherheits-Technik GmbH in Kerpen. Denn angesichts der Terrorgefahr und des steigenden Sicherheitsbewusstseins sei der Wunsch nach Schließsystemen der neuesten Generation weit verbreitet. Zudem rechnet sich die Investition in Funkschlüssel für Unternehmen schnell. Die Systeme brauchen weniger Wartung als herkömmliche Schlösser. Und geht einmal eine Karte verloren, ist das Problem schnell aus der Welt: „Wenn früher jemand einen Generalschlüssel verloren hat, mussten sämtliche Zylinder ausgetauscht werden“, erklärt Klein. „Kommt heute eine Transponderkarte abhanden, wird sie gesperrt, und der Inhaber bekommt einfach ein neues Exemplar.“ Die verlorene Karte ist für einen Finder dann nutzlos.

Weiterer Vorteil: Herkömmliche Schlüssel lassen sich mit relativ einfachen Mitteln nachmachen. Mit Transponderkarten ist das nicht möglich. Dennoch bieten natürlich auch die teuersten modernen Systeme keinen absoluten Schutz. „Sicherheit ist immer ein schmaler Grat zwischen Kosten und Nutzen“, sagt Gerhard Kiemann, Experte von PCS Systemtechnik in München.

Hauptabnehmer für Funk-Schließsysteme sind die Automobil- und die Bauindustrie, weiß der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie. Beide Branchen sind für über zwei Drittel der Nachfrage verantwortlich. Der Markt wandelt sich rasant: „Wir sehen einen ungemein dynamischen Fortschrittsprozess“, sagt PCS-Experte Kiemann. Weltweit arbeiteten mehrere hundert Hersteller an neuen Techniken. Auch deshalb werden immer mehr Kunden auf die Funktechnik aufmerksam. „Zurzeit kommt zwar auf vier mechanische nur ein elektronisches System, die Tendenz zu elektronischen Lösungen ist allerdings stark steigend“, sagt Holger Wetzig, Sprecher der Winkhaus GmbH in Telgte, einem mittelständischen Spezialisten für Tür- und Fenstertechnik. „Wo immer Flexibilität gefragt ist, greift man auf elektronische Systeme zurück.“

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