Sicherheitstechnik
Wirklich sichere Geschäfte in Mexiko

Trotz Wirtschaftskrise ist der mexikanische Markt für Sicherheitstechnik 2009 um 10 bis 15 Prozent gewachsen. Den größten Marktanteil haben preiswerte asiatische Hersteller. Besonders gut entwickeln sich die Segmente Videoüberwachung und Brandschutz.
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gtai MEXIKO-STADT. Nachdem die 175 Metrostationen in Mexiko-Stadt mit 3 300 Videokameras ausgestattet worden waren, ging laut Stadtverwaltung die gesamte Kriminalität um 38 Prozent zurück. Daher will sie künftig auch in Bahnwaggons Kameras installieren. Videoüberwachung auf Plätzen, Straßen und im Nahverkehr erfreut sich in Mexiko zunehmender Beliebtheit. „Es gibt kaum einen Bürgermeister, der seinen Wählern nicht für die Zukunft Überwachungskameras verspricht“, sagt Klaus Blieffert, Vertriebsleiter der Sicherheitssparte von Bosch in Mexiko.

Trotz der Krise, die Mexiko aufgrund der engen Verzahnung mit den USA sehr hart traf, konnte der Markt für Sicherheitstechnik 2009 um 10 bis 15 Prozent zulegen. Dieses kräftige Wachstum soll sich mittelfristig fortsetzen. Ursächlich für die positive Entwicklung sehen Branchenvertreter ein hohes subjektives Unsicherheitsempfinden, das sich landesweit durch die zunehmend eskalierende Bekämpfung des Drogenhandels im Norden Mexikos verstärkt und den Technikbedarf stetig steigen lässt.

Seit 2008 vergibt der Zentralstaat Zuschüsse an 200 Gemeinden mit einer hohen Kriminalitätsrate, um öffentliche Investitionen in -Sicherheitstechnik zu fördern. In der Wirtschaftskrise 2009 fingen diese den Rückgang der privaten Nachfrage teilweise auf. Bosch verkaufte vor dem Abschwung zwei Drittel seiner Sicherheitstechnik an den Privatsektor und ein Drittel an die öffentliche Hand. Das Verhältnis hat sich inzwischen umgekehrt.

Gut entwickelt sich das Geschäft mit Überwachungskameras und Brandschutztechnik. Rasant sind besonders die Wachstumsraten bei IP-Kameras, die in die IT-Infrastruktur der Unternehmen integriert oder per Internet gesteuert werden. Hier bleiben aber Ausbildungsdefizite bei den Installateuren ein Hemmschuh.

Die Security Industry Association mit Sitz in Miami bezifferte den Absatz von Sicherheitstechnik 2008 auf etwa 430 Millionen US-Dollar (US-Dollar). Damit wäre Mexiko der größte Markt Lateinamerikas. Branchenvertreter schätzen den Jahresumsatz mit Videokameras auf etwa 180 Millionen bis 200 Millionen US$. Hinzu kommen jeweils

40 Millionen US-Dollar für Zugangskontrollsysteme und Brandschutztechnik sowie 120 bis 150 Millionen US$ für Alarmanlagen. Die Schätzungen beziehen sich ausschließlich auf professionelle Ausrüstungen. Billigprodukte, die im informellen Handel oder in Supermärkten kursieren, erwirtschaften zusätzlich rund 800 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Der Anschaffungspreis ist vielfach das ausschlaggebende Verkaufskriterium. Daher dominiert preiswerte Technik aus Asien den Markt für Alarmsysteme und Rauchmelder im privaten Projektschutz. Doch inzwischen sind mexikanische Kunden auch stärker für langfristige Argumente, wie die niedrigeren Wartungskosten hochwertiger Technik, empfänglich. Ferner üben auch manche Versicherungen Druck auf Gebäudeentwickler aus, damit diese in Sicherheitstechnik investieren. Damit eröffnen sich deutschen Anbietern immer bessere Perspektiven.

Den Großhandel mit traditioneller analoger Technik dominieren die vier großen Unternehmen Inalarm, Syscom, Magocad und Exprescom. Bei IP-Lösungen sind Unternehmen wie Anixter, Axis, Unisol und Grupo Dice stark vertreten. Anders als in Deutschland ist in Mexiko die Herstellerebene relativ klar von der Großhandelsebene und den Installationsunternehmen getrennt. Lediglich einige wenige Hersteller verkaufen direkt an die Endabnehmer. Die Branche trifft sich im April 2011 auf der jährlich stattfindenden Messe Expo Seguridad in Mexiko-Stadt.

amerika@gtai.de

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