Sicherheitstipps
Wie Sie in Brasilien überleben

Die angespannte Sicherheitslage in den brasilianischen Metropolen ist regelmäßig Thema in der internationalen Presse. Oft geistern wahre Horrormeldungen durch die Gazetten. Dabei ist zu beachten, dass spektakuläre Morde oder Entführungen natürlich auch auflagenträchtig sind und mitunter ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Lage vermitteln. Trotzdem: Wer geschäftlich nach Brasilien reist, sollte einige Regeln unbedingt beachten.

SAO PAULO. Die Erfahrungsberichte von länger in Brasilien ansässigen Expatriates unterscheiden sich mitunter erheblich. Ja nach subjektiver Risiko- bzw. Gefahrenwahrnehmung und vor allem auch in Abhängigkeit von tatsächlich erlittenen Gewaltdelikten werden Sie die Stimmen von "alles kein Problem und übertrieben" bis hin zu "die Hölle auf Erden" vernehmen. Menschen, die selbst oder deren Familienangehörige Opfer von Verbrechen wurden, tendieren naturgemäß zu verschärften Schilderungen der Sicherheitslage. Die psychologischen Folgen solcher Vorkommnisse sind nicht zu unterschätzen und können ein Weiterleben vor Ort stark erschweren.

Zwar ereignet sich ein Großteil der jährlich rund 45.000 in Brasilien gezählten Morde in den Armenvierteln unter rivalisierenden Banden oder im Drogenmilieu. Dennoch sind die Gefahren auch für die Mittel- und Oberschicht vielfältig und nicht zu unterschätzen. Häufigste Verbrechensformen, von denen Expatriates betroffen sind, dürften Taschendiebstähle, Wohnungseinbrüche, Blitzentführungen, am Telefon angedrohte Entführungen eines Verwandten, Überfälle an Kreuzungen oder Autodiebstahl sein - offizielle Statistiken hierzu gibt es nicht. Doch mit zunehmender Aufenthaltsdauer vor Ort häufen sich die Nachrichten von Kollegen, Bekannten und Freunden, die Opfer von Verbrechen wurden. Dadurch stellt sich - nicht nur bei Ausländern - der Eindruck ein, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man selbst an der Reihe ist.

Um dies zu vermeiden, gibt es eine Reihe von Sicherheitsratschlägen. Diese sollten dringend beherzigt werden, auch wenn sie zu erheblichen Einschränkungen des Alltagslebens führen. Doch mit der Zeit gehen die Verhaltensweisen in Fleisch und Blut über, so dass man sie als Normalität ansieht. Erst wenn man wieder in "sicheren Gefilden" wie zum Beispiel in Deutschland ist, werden einem die neu gewonnen Freiheiten wieder bewusst. Eine große Gefahr besteht darin, dass man nach einer gewissen Zeit ohne Zwischenfälle die Sicherheitsmaßnahmen lockert und nach dem Motto "es ist ja auch bisher gut gegangen" leichtsinnige Verhaltensweisen einreißen lässt. Dies sollte unbedingt vermieden werden. Als Gegenmaßnahme empfiehlt sich der tägliche Blick in die Zeitungen oder die Gespräche mit dem Wachmann auf der Straße, der Ihnen die weiterhin angespannte Lage wieder vergegenwärtigen wird.

Für die Problematik ist in mittelbarer Zukunft keine Besserung in Sicht, Patentrezepte gibt es nicht. Nur über langfristige Maßnahmen wie unter anderem hohe Investitionen in Bildung und eine Verringerung der Einkommensdisparitäten in Brasilien, flankiert von einem effizienteren Polizeiapparat könnte sich das Gefahrenpotenzial verringern. Dennoch kann der Expatriate in Brasilien einen durchaus angenehmen Aufenthalt verbringen, da dass Land unzählige Sehenswürdigkeiten und eine enorme kulturelle Vielfalt aufweist. Darüber hinaus sind die Menschen im Alltag sehr freundlich und gerade gegenüber Deutschen sehr aufgeschlossen.

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