Mittelstand

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Skandal bei Laternenhersteller: Entlassener Hess-Manager will sich wehren

Wegen möglicherweise fingierter Umsätze entließ der Laternenhersteller seinen CEO und gleichzeitig auch seinen Finanzchef. Nun meldet sich Ex-Vorstandschef und Gründerenkel Christoph Hess über seinen Sprecher zu Wort.

Montage einer Mastleuchte bei Hess. Quelle: ZB
Montage einer Mastleuchte bei Hess. Quelle: ZB

FrankfurtDer entlassene Chef des Börsenneulings Hess kann die Vorwürfe der Bilanzfälschung nach eigenen Worten nicht nachvollziehen. Er sei auf einer Auslandsreise gewesen und von dem Vorgang völlig überrascht worden, erklärte Christoph Hess am Dienstag über einen Sprecher. Es war das erste Mal, dass sich der Manager in der Sache öffentlich zu Wort meldet.

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Der Aufsichtsrat des Laternenherstellers aus Villingen-Schwenningen hatte am Montag Hess und Finanzchef Peter Ziegler wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation fristlos entlassen. Möglicherweise seien seit 2011 fingierte Umsätze ausgewiesen und die Bilanz so geschönt worden. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.

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Der Enkel des Firmengründers erklärte nun: "Die gegen mich erhobenen Vorwürfe kenne ich nur aus der Presse und kann sie nicht nachvollziehen." Ihm sei bis heute nicht gesagt worden, was man ihm konkret vorwerfe oder ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.

"Ich muss jetzt erst einmal die Vorwürfe klären, werde dann aber die erforderlichen Schritte ergreifen, um mich dagegen zu wehren." Die Vorwürfe beschäftigen inzwischen auch die Justiz. "Wir prüfen derzeit, ob wir ein Ermittlungsverfahren einleiten", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz.

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In dem Unternehmen soll nun eine Sonderprüfung der Bilanz Klarheit bringen. Diese habe am Dienstag begonnen, sagte eine Hess-Sprecherin. Unabhängige Wirtschaftsprüfer und Anwälte seien im Haus. Die Prüfung dauere hoffentlich eher Wochen als Monate.

Hess war erst im Oktober an die Börse gegangen und hatte 35,65 Millionen Euro bei Anlegern aufgebracht. "Das wäre ein ganz dicker Hund, wenn falsche Angaben auch im Zulassungsprospekt Einlass gefunden hätten und den Anlegern etwas vorgegaukelt worden wäre", erklärte Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

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Betroffene Aktionäre müssten nun zunächst prüfen, ob sie Hess-Anteile nach der Veröffentlichung des Prospekts gezeichnet hätten oder schon davor. "Dann greift die Prospekthaftung nämlich nicht." Viele Kleinanleger dürften betroffen sein, denn das Unternehmen hatte Sparkassen-Kunden im Schwarzwald und in Sachsen, wo die Firma einen weiteren Standort hat, bei der Zuteilung bevorzugt behandelt.

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