So wenig Firmenpleiten wie zuletzt 2005
Wirtschaftsaufschwung verbessert Zahlungsmoral

Dank des kräftigen Aufschwungs rechnen Experten in diesem Jahr mit so wenigen Firmenpleiten wie seit 1995 nicht mehr. Damit profitieren die Unternehmen unter anderem von einer Zahlungsmoral, die sich ebenfalls verbessert hat. Gleichzeitig kritisieren die Experten die 1999 eingeführte Verbraucherinsolvenz.

HB DRESDEN. Die Zahl der Privatinsolvenzen werde 2007 um rund 40 Prozent auf etwa 130 000 steigen, berichtete der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) am Donnerstag. Bei den Unternehmenspleiten erwartet die Branche dagegen einen Rückgang von rund 18 Prozent auf etwa 25 000. Das wäre der niedrigste Stand seit 1995. Insgesamt verbessere aber der Wirtschaftsaufschwung die Zahlungsmoral, wie die Frühjahrsumfrage unter den 516 Mitgliedsunternehmen ergab.

80 Prozent der befragten Firmen hätten ein gleich bleibendes oder verbessertes Zahlungsverhalten der Schuldner in den vergangenen sechs Monaten beobachtet, sagte BDIU-Vorstandssprecher Wolfgang Spitz am Donnerstag in Dresden. „Gewerbliche Schuldner zahlen besser, weil sie vom Aufschwung profitieren.“

Die Firmeninsolvenzen gingen im vergangenen Jahr im Osten ein wenig stärker zurück als im Westen. Der Verband registrierte einen Rückgang um 17,8 Prozent auf 5841 Unternehmen im Osten und ein Minus von 16,9 Prozent auf 24 721 im Westen.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen den Angaben zufolge stieg dagegen in den neuen Ländern um 53,5 Prozent auf 18 156 Verfahren. Im Westen wuchs sie um 31,6 Prozent 75 086.

Die 1999 eingeführte Verbraucherinsolvenz ist nach Ansicht des laut BDIU gescheitert. Gläubiger gingen fast immer leer aus, wenn ihr Schuldner in die Verbraucherinsolvenz gehe, sagte Verbandssprecherin Marion Kremer.

Auch eine Privatisierung der Gerichtsvollzieher, die von mehreren Landesregierungen gefordert wird, sieht der Verband kritisch. Mehr als drei Viertel der Inkasso-Unternehmen erwarten dadurch keine verbesserte Zahlungsmoral. Zudem würden die Gebühren für eine Zwangsvollstreckung vermutlich um das Dreifache steigen, teilte der Verband mit.

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