Software as a Service
Programme aus dem Rechenzentrum

Viele Unternehmen scheuen sich vor den hohen Investitionen für ganzheitliche EDV-Lösungen. Statt solche Programme einzukaufen, entscheiden sich mittelständische Industrieunternehmen und Dienstleister lieber für einzelne Online-Programme.

STUTTGART. Die Stemme will wachsen: Der Flugzeugbauer aus Brandenburg will seine Fertigung spätestens in zwei Jahren von aktuell zwanzig Motorseglern auf 80 bis 100 jährlich steigern und in Serienproduktion gehen. Vorstandschef Reiner Stemme kommt da eine neue Art der EDV-Nutzung gerade recht. Die Brandenburger nutzen ein neues Produkt des Software-Riesen SAP. Die Walldorfer haben das Programm "Business by Design" für das Enterprise Resource Planing (ERP) speziell für Mittelständler auf den Markt gebracht. Es deckt von der Beschaffung über die Auftragsabwicklung bis zum Kundenservice alle Geschäftsprozesse ab.

Doch die Mittelstands-Software macht SAP nicht nur Freude, vor allem kleine Firmen scheuen die hohen Anfangsinvestitionen. Mittelständische Betriebe wählen eher Programme für einzelne Geschäftsprozesse, berichten Marktbeobachter. Viele Firmen stehen ERP-Lösungen, die die gesamte Prozess-Kette abdecken, skeptisch gegenüber, bestätigt Stephan Ziegler vom IT-Branchenverband Bitkom. Inhabergeführte Betriebe bis 50 Mitarbeiter schreckt vor allem die lange Installationszeit ab. Mehrere Wochen könne die Umstellung dauern, sagt Schink. Erst ab 150 Anwendern sei eine ganzheitliche ERP-Lösung lieber gesehen, weiß der Geschäftsführer der Akra Business Solutions GmbH aus Hamburg.

Statt ERP-Programme einzukaufen, entscheiden sich mittelständische Industrieunternehmen und Dienstleister lieber für einzelne Online-Programme. Von Fachleuten auch als Software as a Service (SaaS) oder Software aus der Steckdose bezeichnet, gelten die via Internet bereitgestellten Programme als einer der Trends in der IT-Welt. Statt Software auf Servern in den Unternehmen selbst vorzuhalten, rufen die Firmen Anwendungen via Datenleitung vom Rechenzentrum externer Servicegesellschaften ab. Spätestens in drei Jahren soll ein Viertel des gesamten Software-Geschäfts via SaaS ablaufen, prognostizieren Marktforscher der Gartner Group.

Schon heute bieten Dienstleister Alternativen zur herkömmlichen Hard- und Software an - sei es für die Auftragsverwaltung, Buchhaltung oder Lohnabrechnung. Mit Minirechner und Online-Speicher können Firmen ihren Hardware-Aufwand deutlich reduzieren, wie die Schweizer Technologieberatung Soreon Research am Beispiel der Finanzbuchhaltung ermittelt hat. "Ein Sparpotenzial von rund 70 Prozent ist für mittelständische Betriebe drin", sagt Melanie Henke, Analystin bei Soreon.

Seit sieben Jahren sammelt die DIS AG positive Erfahrungen mit SaaS, das früher auch ASP genannt wurde. Der Personaldienstleister mit Hauptsitz in Düsseldorf bietet seinen rund 10 000 Mitarbeitern E-Learning-Module zur Weiterbildung an. "Die Kursbibliothek umfasst ein breites Spektrum - von Office-Programmen über SAP - und Sprachtrainings bis zu Business- und Management-Kursen", erklärt Annette Brons, Leiterin der unternehmenseigenen Akademie. Im Durchschnitt verbringt bisher jeder Anwender rund zehn Stunden auf den Seiten der elektronischen Lernplattform.

Mit dieser SaaS-Variante will die DIS AG ihre Beschäftigten motivieren, ihr Wissen zu erweitern und aktuell zu halten. "Unsere Mitarbeiter können von jedem internetfähigen PC über einen Web-Browser direkt auf die E-Learning-Kurse zugreifen", erklärt die Akademieleiterin das SaaS-Prinzip. Außerdem ist die gemietete Software stets auf dem neuesten Stand. "Um Updates, die Beseitigung von Fehlern und Sicherheitslücken kümmert sich unser Dienstleister", bestätigt Brons.

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