Software-Unternehmen
Mittelstand kappt IT-Budgets

Kleine Software-Unternehmen leiden unter sinkenden Aufträgen auf regionalen Märkten. Bislang hatten mittelständische Kunden auf Krisen nicht so hektisch reagiert wie mancher börsennotierter Konzern. Dies ändert sich nun, Mittelständler schauen stärker auf die Kosten und halten sich zurück bei IT-Investitionen.

FRANKFURT. Die weltweite Krise belastet immer stärker auch die mittelständischen IT-Firmen. Das zeigt der Blick auf die aktuellen Bilanzen der Unternehmen. So berichtete der IT-Vermieter Grenkeleasing unlängst von einem schwächeren Neugeschäft. Die mittelständischen Kunden würden gezielter auswählen. Zuvor hatte der IT-Dienstleister Bechtle Kurzarbeit für einen Standort angemeldet und prüft dies für einen weiteren Standort. Auch der SAP-Dienstleister All for one berichtet von einer Zurückhaltung der Kunden.

Die mittelgroßen IT-Anbieter sind häufig auf regionalen Märkten unterwegs und richten ihr Angebot wiederum an mittelständische Kunden. Diese reagieren auf Krisen erfahrungsgemäß nicht ganz so hektisch wie mancher börsennotierte Konzern. Doch das ändert sich nun. "Sichergeglaubte und bereits budgetierte Aufträge scheitern an der allerletzten Unterschrift", sagt Thomas Steckenborn, Gründer und Vorstandschef des Mannheimer IT-Dienstleisters Cema AG. "Ich gehe davon aus, dass der Umsatz der IT-Anbieter in diesem Jahr zwischen zehn und 30 Prozent fallen wird."

Dafür sprechen auch die jüngsten Prognosen etablierter Marktforscher wie der Gartner Group. Sie erwarten, dass die IT-Ausgaben im laufenden Jahr um 3,8 Prozent sinken werden, wobei selbst die bis vor kurzem noch sehr stabil laufenden Bereiche Software und IT-Dienstleistungen betroffen sind. Am schlimmsten wird der Einbruch bei Hardware sein. "Der Rückgang der IT-Ausgaben wird deutlicher sein als der um 2,1 Prozent im Jahr 2001, als die Dotcom-Blase geplatzt ist", glaubt Gartner-Analyst Richard Gordon.

Selbst der hohe Auftragsbestand sichert die Firmen nicht mehr ab: "Die Gefahr, dass selbst sicher geglaubte Aufträge kurz vor der Unterschrift auf Eis gelegt werden, ist eindeutig gestiegen, so dass wir verstärkt Verschiebungen von Projekten spüren", beschreibt Lars Landwehrkamp, Vorstandschef des SAP-Partnerunternehmens All for one die Situation. "Die Projekte sind damit nicht weg, werden aber erst später kommen. Im SAP-Neukundengeschäft könnte es durchaus einen Rückgang um die 30 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2008 geben."

Auch das Systemhaus Bechtle spürt Zurückhaltung. "Wir werden nicht umhin kommen, die Kosten in allen Bereichen zu überprüfen", stimmte Thomas Olemotz, Chef von Bechtle, jüngst die Belegschaft und Anteilseigner auf schwierigere Zeiten ein. "Es sind viele langfristige Verträge, die zwar aus Sicht des Kunden notwendig sind, die aber verschoben werden", ergänzt ein Sprecher.

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