Solaraktien
Sonnige Aussichten auf dem Parkett

Aktien von Unternehmen der Solartechnik-Branche sind aktuell die Shooting-Stars der Börse. Die Explosion der Öl- und Gaspreise und reichlich Subventionen aus der Staatskasse haben die Kurs in extreme Höhe getrieben. Optimisten halten die Hilfen demnächst sogar für überflüssig.

KÖLN. Als Ersol vor einem halben Jahr an die Börse ging, war die Euphorie fast grenzenlos. Die Aktien des thüringischen Solartechnikunternehmens waren fünfzigfach überzeichnet. Mittlerweile kämpft die Aktie mit der 70-Euro-Marke – gestartet war man bei knapp 43 Euro. Keine Frage: Das Zauberwort „Sonnenergie“ zieht Börsianer. Absoluter Rekordhalter ist die Aktie von Solarworld: Sie legte in den vergangenen drei Jahren um über 13 000 Prozent zu.

Auch andere Unternehmen, die das Wort „Sun“ oder „Solar“ im Namen tragen, freuen sich über investierfreudige Anleger. Die Unternehmen gehörten in den vergangenen Jahren zu den größten Gewinnern an der Börse. Und vieles spricht dafür, dass es auch in Zukunft bleiben können – denn ihr Geschäftsfeld boomt. Nach einer Studie der Deutschen Bank Research werden die Umsätze der Branche weltweit noch bis 2020 jedes Jahr zweistellig wachsen.

Entsprechend gut stehen die deutschen Titel hingegen auf dem Parkett da. Mit Conergy, Ersol, Q-Cells, Solarworld und Solon haben sich bereits fünf Solarunternehmen einen Platz im Wachstumssegment TecDax erarbeitet. Und international gilt deutsche Solar-Aktienmarkt als so gutes Pflaster, dass mehrere ausländische Unternehmen auf eine Notierung in Frankfurt setzen. Das US-Unternehmens Evergreen Solar bereitete Anlegern bereits viel Freude, die erst seit wenigen Monaten börsennotierten Suntech Power aus Kanada und 3S Swiss Solar Systems mussten dagegen Kursabschläge hinnehmen.

Subventionen als Kursstütze

Jetzt mehren sich die Stimmen, dass auch anderen Werten die Luft ausgehen könnte. „Der Aktienkurs baut auf vielen Irrationalitäten auf“, sagt selbst Solarworld-Vorstand Frank Asbeck. Unter Analysten machten schließlich schon Scherze die Runde, dass schon bald ein Solarunternehmen einen Energieriesen wie RWE oder Eon übernehmen könnte – so hoch werden die Aktien teilweise schon gehandelt. Manch einer erinnert sich gar an Übertreibungen zur Zeit des Neuen Marktes.

Allerdings spricht ein gewichtiges Argument für Investoren: Die massive Subventionierung, mit der die Bundesregierung Solar-Technologien fördern, garantiert den Unternehmen hohe feste Einnahmen. Derzeit verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Netzbetreiber, Ökostrom zum Erzeugerpreis abzunehmen – und der ist bis zu dreimal so hoch wie der Endpreis. Zwar kritisiert die Opposition regelmäßig die Förderpraxis. Derzeit allerdings steht das Thema nicht oben auf der Agenda: Denn Ökostrom ist in der Sympathie der Verbraucher oben angesiedelt.

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