Solarindustrie
Indien setzt auf Sonnenergie

20 Milliarden Euro will Indien in den Aufbau der Solarenergie stecken. Bis 2050 sollen mit dem Großprojekt Kapazitäten von 200 GW aufgebaut werden. Für die Solarindustrie eine gute Gelegenheit.

NEW DELHI. Indien setzt bei der Deckung seines Energiebedarfs langfristig auch auf die Sonne. Bis 2050 sollen Erzeugungskapazitäten im Umfang von 200 GW aufgebaut werden. Die Kosten hierfür schätzt die Regierung auf 20 Mrd. US$. Um den Bau von Solaranlagen für private Investoren interessant zu machen, haben einige Bundesstaaten Einspeisetarife eingeführt. Darüber hinaus werden feste Abnahmeverträge mit Solarstromproduzenten geschlossen. Auf dem Land sollen vor allem netzunabhängige Insellösungen zum Einsatz kommen.

Indien möchte in den nächsten Jahren die Nutzung der Solarenergie erheblich vorantreiben. Bis 2050 soll eine Erzeugungskapazität von 200 GW entstehen. Ein ehrgeiziges Ziel, denn obwohl Indien eines der sonnenreichsten Länder der Erde ist, spielt die Solarkraft im Energiemix bislang nur eine untergeordnete Rolle. Die an das Stromnetz angeschlossene Kapazität beträgt heute gerade einmal 2,3 MW. Weitere 30 MW sind in Form von Insellösungen wie Straßenbeleuchtungssystemen und PV-Anlagen zur Stromversorgung einzelner Häuser installiert.

Die Regierung setzt bei ihrer "Solar Mission" auf einen Mix aus kleinen Photovoltaik-Anlagen (PV) zur Versorgung einzelner Dörfer und Gebäude sowie zentraler Solarkraftwerke. Die Kosten für das Solar-Programm schätzt das Ministry for New and Renewable Energy (MNRE) in den kommenden 30 Jahren auf rund 20 Mrd. US$. Finanziert werden soll es durch eine höhere Besteuerung von Benzin und Diesel, so die Pläne des Ministeriums. Beide Kraftstoffe werden derzeit noch stark subventioniert.

Zudem soll die heimische PV-Industrie gezielt gefördert werden, um die Herstellungskosten für PV-Zellen und -Module weiter zu senken und so potenziellen Investoren ein Engagement schmackhafter zu machen. Derzeit werden in Indien jährlich PV-Module mit einer Leistung von 700 MW gefertigt, von denen allerdings fast 90% exportiert werden. Schätzungen des MNRE zufolge ließe sich die heimische Produktionskapazität pro Jahr bis 2017 auf 20 GW ausbauen.

Die nach wie vor hohen Anschaffungskosten für PV-Anlagen sind der Hauptgrund dafür, dass die Stromerzeugung aus Sonnenenergie bislang in Indien kaum verbreitet ist. Nach Berechnungen der Fachzeitschrift "Power Line" liegen die Kosten für die Kilowattstunde Strom je nach Effizienzgrad der PV-Zellen zwischen 12 und 20 indischen Rupien (iR; 0,17 bis 0,29 Euro; 1 Euro = 68,8). Bei der Stromerzeugung aus Kohle fallen hingegen nur 3 bis 4 iR pro kWh an.

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