Solarwirtschaft
Kein Ende des Solar-Booms in Sicht

Während der Höhenflug der Öl-, Gas- und Strompreise in den vergangenen Wochen immer größere Schlagzeilen machte, ging eine bemerkenswerte Meldung aus der Energiebranche beinah unter: Mehr als 1 000 Megawatt Photovoltaik seien in Deutschland mittlerweile installiert, berichtete die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS). Damit liefern die Solarstromanlagen hier zu Lande insgesamt so viel Energie wie ein Atomkraftwerk.

DÜSSELDORF. Noch vor zehn Jahren hätte diese Entwicklung kaum jemand für möglich gehalten. Solarenergie im großen Stil - das galt als eine Vision von Umweltaktivisten und einer Hand voll Solartechnik-Freaks. Inzwischen lässt sich die deutsche Solar-Erfolgsstory mit harten Kennzahlen belegen: Mehr als 5 000 Solarunternehmen gibt es hier zu Lande, sie beschäftigen rund 30 000 Menschen. Der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr lag bei 2,2 Milliarden Euro damit hat sich die Solarenergie längst zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

"Wir sind inzwischen Solarstrom-Weltmeister", meldet der Branchenverband UVS stolz - das traditionelle Musterland Japan habe man im vergangenen Jahr bei der Zahl der neu installierten Anlagen auf den zweiten Platz verwiesen. Und ein Ende des Booms ist nach Ansicht der meisten Experten nicht in Sicht: So rechnet die UVS für das Jahr 2020 mit Branchenumsätzen von rund 24 Milliarden Euro und einer Zahl von 255 000 Beschäftigten.

Triebfeder dieser rasanten Entwicklung: Eine Investition in Solartechnik rechnet sich immer öfter, und das hat im Wesentlichen drei Ursachen. Ein zentraler Faktor sind die steigenden Preise für konventionell erzeugten Strom und für Wärme. "Wir beobachten bei unserem Auftragseingang, dass der Verkauf unserer Anlagen parallel mit der Entwicklung der Energiepreise verläuft", so Raoul von der Heydt, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Phönix Sonnenwärme. Ein Trend, der von den meisten Solarunternehmen bestätigt wird.

Die steigenden Energiekosten allein machen die Solarenergie allerdings noch nicht wirtschaftlich - ohne eine staatliche Förderung läuft nur wenig in der Branche. Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz hat die notwendigen Rahmenbedingungen für den Solar-Erfolg geschaffen.

Wer Solarstrom erzeugt, erhält über 20 Jahre hinweg eine Prämie aus öffentlichen Kassen. Eine ungerechtfertigte und übertriebene Subventionierung? Auch andere Energieformen, zum Beispiel die Atomenergie, seien in der Vergangenheit mit Milliardeninvestitionen gefördert worden, argumentieren die Verfechter der Solarenergie. "Und es ist doch auch durchaus Aufgabe des Staates, im Rahmen der Daseinsvorsorge den Bürger vor steigenden Klimafolgekosten und Energiepreisen zu schützen", sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft, in der sich rund 500 Unternehmen der Branche engagieren.

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