Solarzeitalter
Solarstrom wird konkurrenzfähig

Sauberer Strom von deutschen Dächern, so viel die Sonne hergibt: Schon sehr bald könnte der Traum vom Aufbruch ins Solarzeitalter wahr werden. Die Marktpreise für Solarmodule sind so niedrig wie nie, die Hersteller haben ihre Kapazitäten ausgebaut und die Produktionskosten gedrosselt. Die Stromproduktion könnte sich bald auch ohne Subventionen lohnen.

KÖLN. Damit rückt der Moment der so genannten Netzparität näher, an dem Solarstrom von der eigenen Anlage den Verbraucher nur noch so viel kostet wie herkömmlicher Strom aus der Steckdose. 2012 werde es in Deutschland so weit sein, prophezeite Solarworld-Chef Franz Asbeck unlängst. Eine jüngste Studie der Landesbank Baden-Württemberg kommt zum gleichen Ergebnis.

Ausgerechnet die Wirtschaftskrise hat das Rennen der Photovoltaikindustrie zur Wettbewerbsfähigkeit beschleunigt. Weil die Banken kaum Kredite für Großprojekte vergeben, ist die Nachfrage nach Solaranlagen massiv eingebrochen. Zugleich fiel mit der Deckelung der Einspeisevergütungen für Solarstrom in Spanien einer der wichtigsten Märkte in sich zusammen. Die Zell- und Modul-Hersteller bleiben auf einer satten Überproduktion sitzen. "Der Markt hat sich zu einem Nachfrage-Markt entwickelt", sagt Silvia Christel, Analystin beim amerikanischen Marktforschungsinstitut Greentech Media. "Damit treten die Hersteller in einen harten Wettbewerb, durch den Solar-Module deutlich preiswerter werden."

Schon seit einem halben Jahr sinken die Marktpreise für Solarmodule, die bis zu drei Viertel des Preises einer kompletten Solaranlage ausmachen, weltweit in rasendem Tempo. Die Hersteller unterbieten sich gegenseitig, in Branchenkreisen ist schon von einer Deflation die Rede. Während Ende 2008 kristalline Solarmodule in Deutschland laut einer Studie von Greentech Media 3,21 Dollar kosteten, sollen sie zum Jahresende für nur noch 2,50 Dollar zu haben sein. Das wäre ein Rückgang von mehr als 22 Prozent. Die Marktforscher von iSuppli in Kalifornien rechnen sogar mit einem stärkeren Preisverfall.

Luft für Preisnachlässe ist noch genügend vorhanden, denn die Margen der Hersteller waren bisher sehr üppig bemessen. Das gilt nicht nur für fertige Solarmodule, sondern auch für die einzelnen Zwischenprodukte Silizium, Wafer und Zelle.

Vor allem Silizium wurde bis vor kurzem zu horrenden Preisen gehandelt, weil das Angebot knapp war. Doch die Hersteller haben ihre weltweiten Fertigungskapazitäten massiv ausgebaut, ein Preissturz war die Folge. "Im September kostete ein Kilogramm Silizium 400 US-Dollar, im März nur noch 115 US-Dollar", sagt Solar-Analyst Michael Rogol vom Marktforschungs- und Beratungsinstituts Photon Consulting. Und die Preise könnten noch weiter sinken, denn die Produktionskosten für Silizium lagen laut Rogol im Jahr 2008 bei gerade einmal 41 US-Dollar.

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