Sparbüchse betriebliche Altersversorgung
Kosten reduzieren durch höhere Nettogehälter

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber sind an effektiven Gehaltsgestaltungen interessiert. Umso erstaunlicher ist es, dass die neuen Möglichkeiten hierzu durch das seit Anfang des Jahres geltende Alterseinkünftegesetz vor allem im Mittelstand erst so zögerlich genutzt werden.

DÜSSELDORF. Das Allensbach-Institut hat ermittelt, dass insgesamt nur 62 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung (bAV) anbieten. Die Praxis zeigt zudem, dass die Anzahl der Arbeitnehmer, die sich dann für eine angebotene bAV entscheiden, ebenfalls oft sehr gering ist. Dabei können beide Seiten kräftig davon profitieren.

Grundsätzlich stehen dazu zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Erstens: die so genannte Entgeltumwandlung, bei der der Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts in eine bAV transferiert. Höchstgrenze pro Jahr sind hierfür in der Regel vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (2005: 2496 Euro). Der Clou dabei: Die Beiträge bleiben zeitlich unbegrenzt steuerfrei und bis zum Jahr 2008 auch komplett sozialabgabenfrei. Bis zu 1800 Euro zusätzlich kann der Arbeitnehmer zudem steuer-, aber nicht sozialabgabenfrei in eine betriebliche Altersversorgung einzahlen. Für den Unternehmer bedeutet dies: Auf den Grundbetrag von knapp 2500 Euro im Jahr spart auch er die ansonsten fälligen Sozialabgaben auf das Bruttogehalt seines Arbeitnehmers. Den gleichen Effekt kann er auch erzielen, wenn er bislang steuer- und sozialversicherungspflichtige Sonderleistungen für die Mitarbeiter in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umwandelt. Etwa wenn er Vermögenswirksame Leistungen für die Arbeitnehmer in eine bAV einzahlt.

"Hierdurch können um bis zu 50 Prozent höhere Leistungen für die Arbeitnehmer herauskommen, ohne dass dies den Arbeitgeber unterm Strich auch nur einen Cent mehr kostet", erklärt Harald Huhn. Als Leiter des Geschäftsbereichs betriebliche Altersversorgung beim Heidelberger Finanzdienstleister MLP kann Huhn - anbieterunabhängig und bundesweit - Unternehmen bei der Einrichtung und Steuerung von bAV-Modellen unterstützen. Seine Erklärung, warum lukrative bAV-Modelle noch so wenig verbreitet sind: "Banken und Versicherungen haben den Erklärungsaufwand und den Beratungsbedarf in den Betrieben bei ihren Planungen schlicht unterschätzt."

Die zweite Möglichkeit besteht in einer arbeitgeberfinanzierten bAV - der Unternehmer zahlt also selbst in die Vorsorgepläne seiner Mitarbeiter ein. In diesem Fall sind die Beiträge sogar dauerhaft sozialabgabenfrei - also auch über 2008 hinaus.

Diese Option können Arbeitgeber zum Beispiel bei Gehaltserhöhungen gezielt einsetzen. Die Technik: Statt den zusätzlichen Lohn in bar auszuzahlen, investieren sie den Betrag in Vorsorgepläne für die Mitarbeiter. Effekt: Weil auch hier die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung entfallen, die auf die Lohnerhebung ansonsten fällig würden, ergeben sich für beide Seiten Vorteile.

"Hier ist die betriebliche Altersversorgung für Unternehmen wie Mitarbeiter regelmäßig lukrativer als eine direkte Lohnerhöhung", weiß Harald Huhn. "Und sozusagen nebenbei erhält der Unternehmer durch eine gut konzipierte bAV auch ein wichtiges Instrument, um sich für hoch qualifizierte Mitarbeiter attraktiv zu machen und sie mit ihrem Know-how langfristig an sich zu binden."

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