Sparkassen-Diagnose
Mittelständler pfeifen auf die Krise

Mitten in der europäischen Staatsschuldenkrise steht der deutsche Mittelstand so gut da wie seit Jahren nicht mehr. Nur jeder fünfte Mittelständler spürt die Euro-Schuldenkrise. Das ergibt die Diagnose der Sparkassen.
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BerlinVolle Auftragsbücher, eine breitere Eigenkapitalbasis, bessere Erträge sowie relativ günstige Finanzierungsbedingungen - so lautet das Fazit der „Diagnose Mittelstand 2012“, die der Präsident des Sparkassen-Dachverbandes DSGV Heinrich Haasis am Mittwoch in Berlin vorstellte. Davon profitieren auch die Sparkassen als der größte deutsche Mittelstandsfinanzierer. Sowohl bei den Kreditzusagen wie bei den -auszahlungen an Unternehmen und Selbstständige verzeichneten die Sparkassen 2011 neue Rekorde. Damit gewannen sie auch Marktanteile, sagte Haasis. „Eine Kreditklemme ist vom Markt her absolut nicht in Sicht“, versicherte der Verbandschef.

Die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum hat nach seinen Worten große Teile des Mittelstands bislang kalt gelassen. Nur etwa 20 Prozent dieser Betriebe, vor allem aus exportabhängigen Branchen, hätten darauf bisher reagieren müssen. „Alle anderen arbeiten bislang von der Krise relativ unberührt“, sagte Haasis. Durchweg herrsche das Gefühl vor, dass Europa inzwischen den Weg zur Kontrolle seiner Schulden und zu mehr Ausgabendisziplin gehe, gerade auch mit dem Beschlüssen des EU-Gipfels vom Montag.

Die befragten Mittelstandsexperten von 429 Sparkassen erwarteten zu gut 50 Prozent, dass sich Umsatz und Auftragslage ihrer mittelständischen Kunden dieses Jahr weiter verbessern werden. Nur wenige Kundenberater (2,3 Prozent) gingen von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.

Mit Blick auf die Turbulenzen um das überschuldete Griechenland und die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger des Landes forderte Haasis aber: „Es müsste jetzt schnell mal ein Ende (der Verhandlungen) kommen“. Es dürfe keine längere Unsicherheit mehr geben.

Auch die Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen verbesserte sich weiter. Eine Auswertung von mehr als 110.000 Unternehmensbilanzen von Sparkassenkunden ergab, dass sich deren Eigenkapitalquote im Jahr 2010 im Schnitt um drei auf 18,3 Prozent erhöhte. In der aktuellen Umfrage hätten die Sparkassen zu 48 Prozent von weiter verbesserten Eigenkapitalquoten ihrer Kunden berichtet, sagte Verbandspräsident Haasis.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hätten sich in den vergangenen Monaten wieder aufgehellt. Beim Wirtschaftswachstum sei deswegen dieses Jahr „auch eine Eins vor dem Komma durchaus möglich“, sagte Haasis weiter.

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  • Das ist leider ein äusserst tendenzieller Bericht im Interesse der Sparkassen! Darin sind gerademal diejenigen Unternehmen enthalten, die von den Geschäftsbanken noch finanziert werden. Mindestens die fünffache Menge an Betrieben weisen genau das Gegenteil aus. Warum wird KMU vorgegaukelt, alles sei in bester Ordnung! Von 80 Mitgliedern der Unternehmerbewegung SFP e.V. sagen über 60% das Gegenteil dessen, was die Sparkassen als Erfolg verkaufen!
    Fridolin Mannuß, Vorsitzender der SFP e.V.

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