Sparkassen-Mittelstandsforum: Hedge-Fonds erschrecken Mittelstand

Sparkassen-Mittelstandsforum
Hedge-Fonds erschrecken Mittelstand

Heuschrecken, Finanzjongleure, Spekulanten werden private Beteiligungsgesellschaften und Hedge-Fonds genannt. Das zeigt in welchem Licht sie gesehen werden: Sie sind alles andere als Unternehmer. Im Mittelstand wird damit die Sorge über die Finanzinvestoren immer größer.

HB BERLIN. Im deutschen Sparkassenwesen und im wichtigen Maschinen- und Anlagenbau wird das Vordringen privater Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) und Hedge-Fonds in den deutschen Mittelstand mit Sorge betrachtet. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, sagte am Dienstag auf einem Mittelstandsforum, die Welt der Unternehmensfinanzierungen habe sich gewandelt. „Wir haben neue internationale Player auf dem Markt: Private-Equity-Gesellschaften, Hedge-Fonds.“ Haasis warnte vor negativen Veränderungen der Unternehmenskultur durch solche internationalen „Finanzjongleure“. Auch der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher, äußerte Vorbehalte gegen solche Investoren.

Nach Zahlen des DSGV werden bereits heute rund 5700 Firmen in Deutschland von Finanzinvestoren dirigiert. Rund 800 000 Arbeitsplätze hingen daran und rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

„Immer stärker übernehmen rein auf Kapitalmehrung fixierte Institutionen die Rolle der Unternehmer“, hieß es in Haasis' Redetext. Zwar habe es auch positive Seiten, wenn die Unternehmen dadurch Kapital erhielten. Doch seien damit grundlegende Gefahren verbunden: eine immer schärfere Kapitalmarktorientierung und immer höhere kurzfristige Renditeziele. „Wir sind in einer Phase, wo häufig schon die Gier die angemessene Vorsicht besiegt“, warnte Haasis. Es gehe weg von dem, was ein „ehrbarer, langfristig ausgerichteter Kaufmann“ tun würde.

Auch VDMA-Präsident Brucklacher sieht Anlass zur Sorge. Die These, dass die deutschen Mittelständler von diesen Investoren lernen könnten, ihre Prozesse effektiver zu gestalten, wies er zurück. Richtig sei, dass diese Anleger - abgesehen von Einzelfällen - erst auf den Mittelstand zugekommen seien, weil dieser seine „Hausaufgaben“ gemacht und und sich stark verbessert habe. Brucklacher äußerte Zweifel, ob das Geschäftsmodell mancher dieser privaten Beteiligungskäufer Erfolg habe.

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